Zimmer mit Terrasse und Seeblick

Im Anschluss an den Festakt begutachteten die Gäste die neuen Sonnenterrassen für die Zimmer im Erdgeschoss.
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Im Anschluss an den Festakt begutachteten die Gäste die neuen Sonnenterrassen für die Zimmer im Erdgeschoss.

1,6 Millionen Euro hat der DJH-Landesverband in die Malenter Jugendherberge investiert / Landesförderung für Neubau in Eutin?

shz.de von
17. August 2018, 14:34 Uhr

Wegen ihrer Lage direkt am Kellersee gilt die Malenter Jugendherberge mit ihren rund 200 Betten als eine der attraktivsten im Norden. Wenn an diesem Standort mit Landeshilfe auch noch kräftig investiert wird, kommt der zuständige Minister, in diesem Fall Jugendminister Heiner Garg (FDP), gerne zur Eröffnung. „Dieses attraktive Angebot stärkt die Möglichkeit, ,den echten Norden‘ zu erleben“, lobte Garg zur Einweihung.

Rund 1,6 Millionen Euro habe der Landesverband Nordmark des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) in Malente investiert, die darin enthaltene Förderung des Landes betrage 487 000 Euro, erklärte die Vorsitzendes des DJH-Landesverbands, Angela Braasch-Eggert. „Das ist ein nennenswerter Betrag, ohne den wir das nicht hätten verwirklichen können“, betonte sie. Es handelt sich um den zweiten Bauabschnitt der Modernisierung des Haupthauses. Im ersten Abschnitt – vor fünf Jahren fertiggestellt – waren für 1,9 Millionen Euro Lobby, Rezeption, Speisesaal und einige Zimmer modernisiert sowie zwei Seminarräume gebaut worden.

Zwar hat sich durch die aktuelle Modernisierung an der Bettenzahl nichts geändert. Doch ein Anbau am Haupthaus ermöglichte es, die Zahl der Zimmer zu steigern und damit jeweils kleinere Bettenzahlen zu realisieren. Die neuen Zwei- und Vierbettzimmer sind hell und verfügen über moderne Bäder. Alle Zimmer im Erdgeschoss sind barrierefrei, ein Teil der frisch eingerichteten 16 Zimmer bietet eine jeweils eigene Sonnenterrasse mit Seeblick. Noch in Arbeit ist die Verschönerung des Außengeländes.

Garg betonte besonders den Aspekt der Barrierefreiheit. Das ermögliche Menschen mit Handicap eine Teilhabe, die ihm besonders am Herzen liege. Es sei leicht, von Inklusion zu sprechen, man müsse aber auch die Bedingungen schaffen, um sie zu realisieren, betonte Garg.

Eine Kostprobe des erlebnispädagogischen Angebots lieferte Theis Hanck, Geschäftsführer des Lübecker Vereins „Exeo“, langjähriger Partner der Jugendherberge. Das Gedankenexperiment, in welche Richtung sich ein Fahrrad bewegt, dessen Kurbeln senkrecht stehen und an dessen unterer Pedale mit einem Band nach hinten gezogen wird, gab Rätsel auf. Zur Auflösung nur so viel: Alle Anwesenden lagen mit ihren Einschätzungen falsch, wie Hanck anschließend mit einem realen Fahrrad bewies. Etwa 60 Prozent der Gäste nutzten das breit gefächerte erlebnispädagogische Angebot der Herberge, berichtete Angela Braasch-Eggert.

Grüße des Kreises und
der Gemeinde überbrachten Landrat Reinhard Sager und die amtierende Bürgermeisterin Gudrun Förster. „Wir freuen uns sehr, dass so ein gutes Projekt hier entwickelt worden ist“, sagte sie.

Einen symbolischen Schlüssel hatten die beiden Herbergseltern Ulrike Weißmann und Daniel Schindel bereits zur Fertigstellung des ersten Bauabschnitts bekommen. Diesmal hatten die beiden Architekten Niels Janiak und Jörg Lippert die Negativform für den Schlüssel parat. Beide passten perfekt ineinander, wie Ulrike Weißmann demonstrierte. „Wir werden die Gästezahlen sicherlich nicht nur halten, sondern auch steigern können“, freute sich Schindel über die Modernisierung. Jährlich verzeichnet die Malenter Jugendherberge rund 25 000 Übernachtungen.

Mit der Modernisierung in Malente will sich der DJH-Landesverband in Ostholstein nicht begnügen. „Wir lassen den Bau einer neuen Jugendherberge in Eutin prüfen“, verriet Angela Braasch-Eggert. Und auch über eine Erweiterung in der Scharbeutzer Strandallee werde nachgedacht. Dabei kann der DJH offenbar auf die Unterstützung des Landes bauen: „Das Land kann wieder mehr als ,Danke‘ sagen und will auch wieder mehr als ,Danke‘ sagen“, sagte Garg. Er werde sich beim Thema Haushalt weiter dafür stark machen, Fördervolumen zu mobilisieren, versprach der Minister und traf damit bei Reinhard Sager auf offene Ohren. Er habe die Worte gern gehört, erklärte der Landrat. Denn Eutin brauche wieder eine Jugendherberge.

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