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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 04:34 Uhr

Zimmer frei für Uwe Seeler

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schleswig-Holsteinischer Fußballverband eröffnet nach umfangreicher Sportschul-Sanierung den „Uwe Seeler Fußball Park“

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Die Sporthalle wurde zum großen Empfangssaal. Bei der Einweihung des „Uwe Seeler Fußball Parks“ begrüßte der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, Hans-Ludwig Meyer, mehr als 200 Gäste, die die modernisierte Sportschule in Augenschein nahmen, die mit gut 3,7 Millionen Euro zeitgemäß umgestaltet worden war. Mit dabei war auch Namenspatron Uwe Seeler, der in der alt ehrwürdigen Sportschule am Bast manch Trainingsschweiß vergossen hatte.

Wenn in Schleswig-Holstein der Fußball rollt, kommt schnell der „Geist von Malente“ ins Spiel, jener Odem, der 1974 die Deutsche Nationalmannschaft nach der Vorrundenniederlage gegen die DDR auf Titelkurs gebracht haben soll. Und der wurde auch immer beschworen.

Lebhafte Erinnerungen hatte der Präsident des Deutschen Fußball Bundes, Wolfgang Niersbach: „Es ist heute unvorstellbar, dass wir die Pressekonferenz im Speisesaal gemacht haben.“ 1990 habe er Lothar Brehme und Kapitän Lothar Matthäus biten müssen, vom Frühstückstisch aufzustehen, damit die Pressekonferenz beginnen konnte. 1974 war Niersbach als Volontär in Malente dabei. Der einzige Telefonapparat der Sportschule habe seinerzeit in der Küche gestanden.

Die Zeichen standen bei der Einweihung des Uwe Seeler Fußball Parks aber nicht auf Vergangenheitsbewältigung, sondern waren vielmehr in die Zukunft gerichtet. „Mehr Aufbruchstimmung, als sich heute dargestellt hat, kann man nicht erwarten“, sagte Christian Bielke, der die neue Fußballschule gemeinsam mir Thorsten Ewers als Architekt geplant hat. SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer wünscht sich, dass der Uwe Seeler Fußball Park neue Kundenkreise erschließt, wie Firmen, Behörden oder auch Privatleute.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach war von dem neuen Ambiente angetan: „Aufbauend auf den alten Strukturen ist hier etwas Modernes, Innovatives geschaffen worden.“ Bürgermeister Michael Koch freute sich, dass Malente im Norden wieder mehr in den Blickpunkt gerückt ist: „Ich freue mich, dass die Kultstätte des Fußballs zu neuem Leben erweckt wurde.“

Der DFB-Stützpunktkoordinator Björn Rädel weiß, wie er den Wissensdurst junger Kicker in Fußballgeschichte stillen kann: „Uwe Seeler kennen die meisten jungen Spieler noch, aber mit dem Geist von Malente können nur noch wenige etwas anfangen. Deshalb erzähle ich den Kindern ab und zu die alten Geschichten und berichte ihnen, welche Stars früher hier trainiert haben.“ Um die Traumbesetzung nach Malente zurückzuholen, reicht es aber nicht. Die Anforderungen, die die A-Nationalmannschaft oder Bundesliga-Clubs an eine Trainingsstätte stellen, sind noch deutlich höher.

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