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Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 09:03 Uhr

Ziel: Top-Aufsteiger beim Radklima

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Fahrradinitiative hat der Stadt mehr als 100 Vorschläge übergeben, damit der Ort seinen miesen Ruf unter Radlern endlich los wird

Tilo Hegenberg hegt eine Hoffnung für seine Heimatstadt: „Eutin soll beim ADFC-Fahrradklimatest Top-Aufsteiger für die nächsten zwei Jahre werden“, wünscht er sich. Damit diese Vision Wirklichkeit werden kann, lieferte das Mitglied der Initiative „Fahrradfreundliches Eutin“ gemeinsam mit seinen Mitstreitern Margret Burggraf, Andrea Stolz und Jens Rose-Zeuner gestern Vormittag eine Arbeitsgrundlage im Eutiner Rathaus ab. „Wir liefern jetzt“, erklärte Hegenberg im Namen der Fahrradinitiative. Und Bürgervorsteher Dieter Holst, Bürgermeister Carsten Behnk und Bauamtsmitarbeiterin Karen Dyck nahmen von den Fahrradfreunden eine dicke Sammlung unter dem Titel „100+ Verbesserungschancen für den Eutiner Radverkehr“ entgegen.

„Das Ziel finde ich natürlich super“, erklärte Behnk. Er nehme die Verbesserungsvorschläge gerne an. Zugleich verwies er darauf, dass Eutin mit Vorhaben von einer neuen Sporthalle über die Sanierung der Schlossterrassen bis zur Stadtsanierung vor einer „Multiprojektlage“ stehe. „Das Thema Radverkehr ist nie ein losgelöstes Thema, man muss es insgesamt betrachten“, betonte Behnk. Es betreffe außerdem auch den übrigen Verkehr vom Fußgänger bis zum Auto. Die Vorschläge der Fahrradfreunde seien daher ein Thema für den Mobilitätsbeirat und den Bauausschuss.

Aus Sicht der Fahrradfreunde kann die Verwaltung vieles unbürokratisch umsetzen. „Es sind viele kleine Maßnahmen, die schnell etwas bringen“, erklärte Hegenberg, etwa das Abnehmen von Schildern oder Anbringen von Fahrbahnmarkierungen. Anderes bedürfe allerdings auch der Absprache, etwa mit dem Kreis.

Das 60-seitige und reich bebilderte Papier der Fahrradinitiative sei auf der Basis von Bürgerhinweisen, darunter auch durch eine von der Initiative organisierten Radtour durch Eutin, entstanden erläuterte Andrea Stolz. Es listet deutlich mehr als 100 Beispiele auf. Manche Verbesserung sei wünschenswert, sagte Hegenberg, anderes sei aber auch dringend korrekturbedürftig, weil es nicht den gesetzlichen Vorgaben entspreche. Jens Rose-Zeuner nannte einige Beispiele, in denen der Radverkehr unnötig behindert werde, wie an den Einmündungen in Plöner Straße. Wer etwa mit dem Rad aus der Breslauer Straße komme, müsse erst einen hohen Kantstein überwinden, um auf den Radweg in der Plöner Straße zu gelangen. Auch in der Ulmenstraße in Richtung Hochkamp behinderten ein Kantstein und ein Pfosten die Fahrt von Radfahrern.

Mancher Wunsch ist auch schon erfüllt worden, wie aus einer „positiven Jahresbilanz“ der Fahrradfreunde abzulesen ist. Zu den 18 genannten Beispielen zählen etwa die Aufstellung neuer Fahrradbügel am Berliner Platz oder von Fahrradkäfigen am Bahnhof, eine Bordsteinabsenkung an der Schwimmhalle oder die Anlage von Fahrradfurten.

Den Ruf der Fahrradfreunde nach einem Mobilitätsbeauftragten mochte sich Behnk indes nicht zu eigen machen. Aus seiner Sicht sei die Stadtverwaltung dort gut aufgestellt. Karen Dyck verwies außerdem auf eine neue Mitarbeiterin im Fachdienst, die sich um das Thema kümmern werde.

Auf die von Margret Burggraf geäußerte Kritik, dass der Mobilitätsbeirat seine Arbeit nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Alexander Bauer eingestellt habe, reagierte Bürgervorsteher Dieter Holst. „Wir wollen im Mobilitätsbeirat klären, wie das weitergehen kann“, kündigte er an. Es sei der Eindruck entstanden, dass der Beirat auseinanderfliege. Deshalb solle nun zunächst intern besprochen werden, welche Verantwortlichkeiten es gebe und wie Vorschläge umgesetzt werden könnten.

Ebenfalls nicht öffentlich tagt am Freitag, 9. Dezember, eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Stadtvertretern, Wirtschaft und Vertretern von Eutin beauftragter Planungsbüros. „Das Treffen soll helfen, das Thema Mobilität strukturiert anzufassen“, erläuterte Behnk. So sollten etwa das Radverkehrskonzept mit dem Verkehrskonzept für die Innenstadt und dem geplanten Verkehrsversuch in der City in Einklang gebracht werden.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 12:08 Uhr

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