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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 14:32 Uhr

Zeugen der

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 24.Feb.2017 | 12:30 Uhr

Als „Gemischtwarenangebot des klassischen Heimatmuseums“ sei das Ostholstein-Museum einmal von Autor Renko Buß bezeichnet worden, erzählt Dr. Julia Hümme mit breitem Lächeln. Jetzt ist dieses von der Museumsleiterin durchaus als Kompliment verstandene Zitat Realität geworden. Denn lieb gewonnenen Exponaten aus der eigenen, beinahe 130-jährigen Geschichte widmet sich das Ostholstein-Museum in seiner kommenden Sonderausstellung „Aufgeschlossen“ von Freitag, 3. März, bis zum 14. Mai.

„Wir sind gerade dabei, unsere Magazine aufzuräumen und ein bisschen Ordnung zu schaffen“, berichtet Julia Hümme. „Und beim Durchsehen der Bestände habe ich gedacht: Mensch, was haben wir für schöne Sachen.“ Von Grafiken, Gemälden und Fotografien bis hin zu Waffen und Kleidung aus längst vergangenen Tagen bergen die Lagerräume des Kreismuseums einen großen Fundus kleiner Schätze, berichtet Hümme. Diesen gibt die Ausstellung „Aufgeschlossen“ nun einen Raum.

Das heutige Ostholstein-Museum nahm seinen Anfang im Jahr 1889 als „Museum für Geschichte und Altertumskunde für das Fürstenthum Lübeck“, gegründet vom Eutiner Pastor Aye. Die Bevölkerung sei damals aufgerufen worden, dem Museum Leihgaben oder Schenkungen zur Verfügung zu stellen, erklärt Julia Hümme. So kommt es auch, dass unter den Ausstellungsstücken alte Gefäße und Leuchter aus Zinn sind: „Sie tragen die Nummer 15 und 17, das heißt, es sind ganz frühe Stücke.“ Daneben steht ein Puppenhaus aus dem Jahr 1931, das – so vermutet Julia Hümme – ein Familienvater in aufwendiger Handarbeit und mit liebevollen Details für seine Kinder gebaut haben muss.

Wenige Schritte davon entfernt steht ein Geschirr-Service aus Fürstenberger Porzellan neben einem zeitgenössischen Holzschnitt und Friedel Andersons Gemälde „Ostseestrand“. Dieses hing bis vor Kurzem noch im Büro des Landrats Reinhard Sager. „Er hat es auch ungern weggegeben“, sagt Julia Hümme lachend.

Ob aus vorherigen Ausstellungen bekannte Stücke oder Exponate, die bisher im Verborgenen dunkler Museumsmagazine geblieben sind: Von fast allem sei etwas dabei, sagt die Museumsleiterin. „Es ist nur eine Kunst, es nicht als Sammelsurium aussehen zu lassen.“ Darum werde es für die Museumsbesucher schriftliche Erklärungen zu den abwechslungsreichen Exponaten geben, „damit die Leute angeleitet werden“.

Nicht Kunst-, sondern Museumsgeschichte steht im Fokus. Dass die Ausstellung im zweiten Obergeschoss des Ostholstein-Museums dabei unter Umständen einem „Gemischtwarenladen“ gleichkommt, findet Julia Hümme nur konsequent. Immerhin sei das ein Abbild musealer Entwicklungsgeschichte. „Museum ist nicht staubig und vermufft, es ist lebendig und entwickelt sich ständig weiter“, betont Julia Hümme. „Es gibt immer neue Sammlungsschwerpunkte und -strategien.“

Der Titel „Aufgeschlossen“ gründet sich übrigens auf den alten, schmiedeeisernen Schlüsseln des Museums, die noch heute den Zugang zu Schränken, Sekretären und verborgenen Räumen ermöglichen und ebenfalls Exponate der Ausstellung sind. „Und für die Besucher haben wir mit der Ausstellung jetzt einfach mal die Museumstüren aufgeschlossen“, sagt Julia Hümme.

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