Eutin : Zeit für "Feengarten" ist abgelaufen

Seit sechs Jahren besteht der 'Zauberfeengarten'.
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Seit sechs Jahren besteht der "Zauberfeengarten".

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29. Juni 2013, 09:30 Uhr

Eutin | Fast meint man auf den verschlungenen Wegen und zwischen verwunschenen Sträuchern wirklich Feen und andere Zauberwesen zu sehen. Mit viel Liebe zum Detail hat Tina Benz ihren "Zauberfeengarten" vor dem von ihr und ihrem Lebensgefährten bewohnten Neuholländerhaus im Küchengarten des Schlosses angelegt. Doch lange wird der Garten Eutiner und Gäste nicht mehr erfreuen. Spätestens im Herbst 2014 muss der Feengarten dem neugestalteten Küchengarten weichen. Und da auch das Neuholländerhaus renoviert wird, muss auch Tina Benz ausziehen.

Sehr zum Leidwesen der Besucher. "Das kann und darf doch nicht wahr sein, dass so ein Kleinod verschwinden soll! Wo findet man noch ein so liebevoll ,wild angelegtes Stück Ruhe?!", schreibt Barbara Mädler aus Leverkusen an den OHA.

Doch wirklich überraschend kommt der anstehende Abriss des Feengartens nicht: "Ich hatte das im Grunde schon bei meinem Einzug vor sechs Jahren gewusst", sagt Tina Benz. Schon lange stand fest, dass der Feen- und der Küchengarten nicht nebeneinander bestehen würden. "Der Feengarten ist nicht Teil des Konzeptes für den Küchengarten", bringt Dr. Juliane Moser, Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Eutin, es auf den Punkt. Der streng geometrische barocke Küchengarten und der verschnörkelte Zaubergarten passten einfach nicht zusammen, erläutert Moser.

Damit bis zur Landesgartenschau 2016 alles fertig ist, muss der Zauberfeengarten laut Moser bis spätestens Ende 2014/Anfang 2015 abgerissen werden. Doch bereits jetzt stehen Bagger auf dem Gelände. "Die haben eine Drainage gelegt", erklärt Moser. Diese seit notwendig für die späteren Gartenarbeiten.

Als sie den Garten anlegte, da ging Benz noch davon aus, dass ihr Zauberfeengarten nur rund zwei Jahre bestehen würde. Doch aus zwei wurden sechs Jahre. "Ich hatte irgendwann die Hoffnung, dass ich die Entscheidungsträger doch noch überzeugen kann, wenigstens einen Teil des Gartens zu erhalten." Doch das ist nicht der Fall.

Trotzdem soll es auch weiterhin Zauberfeengärten geben. Den Namen hat Tina Benz sich inzwischen patentieren lassen. "So einen Garten muss man teilen. Der ist doch eine so große Freude", sagt Benz, die inzwischen auch beruflich Zauberfeengarten-Gestalterin ist. Privat ist sie noch auf der Suche nach einem neuen Domizil. Im Herbst möchte Benz gerne umziehen, denn dann könnte sie ihre Stauden gleich wieder einpflanzen. Den Sommer aber möchte sie noch einmal in ihrem Zauberfeengarten genießen. "Das eine Jahr möchte ich noch meine verwunschene, verschnörkelte Insel haben."

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