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Zeichnungen mit Können und künstlerischer Leichtigkeit

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

90 Bleistift- und Federzeichnungen, Aquarelle und Scherenschnitte des Düsseldorfer Künstlers Gregor von Bochmann (1850–1930) zeigt das Ostholstein-Museum im Dachgeschoss. Eröffnet wird die Ausstellung mit dem Untertitel „Der Maler als Zeichner“ heute Abend (22. Mai) um 19 Uhr.

Die Ausstellung sei gewissermaßen eine Fortführung der zugleich im Erdgeschoss des Museums stattfindenden Schau „Lebensbilder“ – Genremalerei der Düsseldorfer Malerschule, in der Gregor von Bochmann mit einer Strandszene vertreten ist, erläutert Museumsleiterin Dr. Julia Hümme. Im Dachgeschoss werde aber nicht der Ölmaler, sondern mit einem repräsentativen Querschnitt der begabte Zeichner und Beobachter vorgestellt, der sich in seiner künstlerischen Arbeit vor allem der Landschaft, aber auch dem Menschen in seinem Alltag widmete.

Die Ausstellung zeige anhand der Papierarbeiten Gregor von Bochmanns exemplarisch, wie anders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Darstellung des Motivs in der Zeichnung umgegangen wurde: Waren die für Ausstellungen und Verkäufe gedachten Ölbilder jener Zeit durchgearbeitet, wohlkomponiert und in vielen Fällen noch konservativ geprägt, so verdeutlichen die Zeichnungen in Bleistift, Aquarell, Tusche und Feder, die zum Teil als Skizzen, zum Teil aber auch als eigenständige Arbeiten entstanden, die künstlerische Auffassungsgabe und die spontane Wiedergabe des Motivs in wenigen Arbeitsschritten.

1850 im heutigen Tallinn geboren und als Kind eines deutschen Beamten in Estland aufgewachsen, begann Gregor von Bochmann seine Künstlerlaufbahn 1871 in Düsseldorf, nachdem er an der dortigen Kunstakademie studiert hatte. Seine Malerei ist geprägt durch eine wirklichkeitsgetreue, naturalistische Sichtweise, die jedoch auch in der Zeichnung Leichtigkeit und künstlerisches Können verrät. Als anerkannter und von seinen Kollegen geschätzter Maler wurde er eine feste Größe im Düsseldorfer Kunstbetrieb und nahm überregional auch kunstpolitisch maßgeblichen Einfluss, als er beispielsweise 1892 – zeitgleich zur Münchner Sezession – die ebenfalls sezessionistisch geprägte „Freie Vereinigung Düsseldorfer Künstler“ gründete und 1903 gemeinsam mit Künstlerkollegen wie Max Liebermann Gründungsmitglied des Deutschen Künstlerbundes wurde.

Die Vernissage heute Abend wird Harald Werner, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und Kreistagsabgeordneter (Stockelsdorf) eröffnen, ein Grußwort wird der Urenkel des Malers, Prof. Gregor von Bochmann, sprechen, der in Kanada lebt, während Dr. Julia Hümme in die Ausstellung einführt. Für den musikalischen Rahmen wird ein Querflötentrio der Kreismusikschule Ostholstein sorgen.

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erstellt am 07.Mai.2014 | 20:15 Uhr

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