Zehn Jahre Innovation in Plön

Zum Jubiläum erhält der Plöner Bahnhof einen neuen Anstrich. Ein Teil des Teams der Tourist-Info Großer Plöner See: Auszubildende Nele Drews (von links), Anja Wilcken, Karen Suhr, Ulrike Leptien und Caroline Backmann.
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Zum Jubiläum erhält der Plöner Bahnhof einen neuen Anstrich. Ein Teil des Teams der Tourist-Info Großer Plöner See: Auszubildende Nele Drews (von links), Anja Wilcken, Karen Suhr, Ulrike Leptien und Caroline Backmann.

Der Plöner Bahnhof ist zum Zentrum des Tourismus in der Region Holsteinische Schweiz geworden

shz.de von
29. Mai 2018, 11:41 Uhr

Im Sommer 2008 zog die Plöner Tourist-Info in die damals frisch renovierten Räume des Bahnhofs. Das Jubiläum nimmt Touristik-Chefin Caroline Backmann zum Anlass für einen Rückblick auf die fünfjährige Planungs- und Umbauphase ab 2003 und auf die Entwicklung der Tourist-Info zum Anbieter persönlicher, auf Gäste individuell zugeschnittener Programme.

„Damals kamen verschiedene glückliche Umstände zusammen: Die Bahn wollte den nicht mehr rentablen Fahrkartenverkauf abgeben und suchte nach neuen Eigentümern und Nutzern für ihre Bahnhöfe, der Betreiber der Gastronomie kündigte die Pacht, die Strecke Kiel-Lübeck wurde automatisiert, das machte die Fahrdienstleitung überflüssig“, erinnert sich die 43-Jährige, die 2003 ihren Posten übernahm.

Zu jener Zeit residierte die Tourist-Info im Schwentinehaus auf zwei Etagen. „Der Standort lag relativ versteckt, hatte den Charme der 70er-Jahre, war nicht barrierefrei, es gab keine Parkplätze, und das Bahnhofsumfeld war echt schmuddelig.“ Es war die Zeit der Förderung gemeinsamer Leitprojekte im LSE-Prozess. Die Region gründete die Marketingkooperation „Großer Plöner See“ unter Plöner Regie. Und Backmann und der damalige Bauamtsleiter Peter Klink setzten sich zusammen und gossen die Idee in die Form. Die Kosten von 800 000 Euro netto finanzierten Stadt und Amt für ländliche Räume je zur Hälfte.

„Es war ein schneller und von allen Partnern unglaublich positiv begleiteter Prozess und ein konstruktives, vertrauensvolles Miteinander“, beschreibt Backmann den zweijährigen Umbau des 1866 erbauten klassizistischen und unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes mit seiner einmaligen Lage direkt am See. Die Vorgabe war daher, alles herauszureißen bis auf die tragenden Wände, die gesamte Technik zu erneuern und die Seenähe durch viel Glas erlebbar zu machen. Ein Anbau außen wurde abgerissen und der Innenraum großzügig und hell mit Tresen, Veranstaltungsbereich, Café sowie WC und Fahrradstation umgestaltet. Fenster, Dach und historische Treppe ins Obergeschoss blieben erhalten. Die Bausubstanz sei von Anfang an gut gewesen. Einzig die Namensgebung gestaltete sich schwierig: Es gab Widerstände in der Politik gegen Begriffe wie „Welcome Center“, und so blieb es schließlich schlicht bei Tourist-Info Großer Plöner See.

Der Betrieb der Stadt Plön bietet den gesamten Service aus einer Hand und hat heute acht Kollegen verteilt auf 5,5 Vollzeitstellen. Pro Jahr empfange das Team rund 90 000 Besucher, 20 Prozent davon seien Bahnkunden. Seit 2010 ist die Tourist-Info Sitz der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS). Verändert haben sich nicht nur die Räumlichkeiten. Die Aufgaben der Mitarbeiter sind differenzierter geworden, alle Arbeitsplätze einschließlich des DB-Schalters, werden von allen bedient.

„Vor 15 Jahren reichte es, wenn wir einen Flyer hatten, auf die Motorschifffahrt verwiesen und eine Stadtführung anboten. Heute kommen die Gäste mit gezielten Fragen, wollen Tipps zu Geheimplätzen“, so Backmann. Ihre Aufgabe sieht sie darin, die Menschen für die Region zu begeistern und zu inspirieren, das sei zeit- und personalaufwendig. Beispiel Stadtführungen: Es gibt eine per Kanu, eine für Kinder, eine für Geo Cacher, eine durch das Prinzenhaus, eine „Auf den Spuren des Mohren“, eine zum Thema „Kirchen, Kaiser & Kadetten“ und weitere Themen. Backmann: „Je größer die Welt ist umso differenzierter muss das Angebot sein. 08/15 reicht nicht mehr, die Interessen der Gäste sind breiter angelegt.“

Geöffnet ist die Tourist-
Info ab 6 Uhr (Wetterschutz für Bahnkunden), Schalter Mai bis August 8 bis 18 Uhr, sonnabends 10 bis 16 Uhr, sonntags 10 bis 14 Uhr (Juni bis August), von Oktober bis April 9 bis 17 Uhr (Sonnabends und sonntags geschlossen).

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