Verein der Polizeigewerkschaft : Zehn Jahre Hilfe für Polizeibeamte

Vorsitzender Pistol begrüßte Landtagspräsident Geerdts und Innenminister Schlie (von rechts).
Vorsitzender Pistol begrüßte Landtagspräsident Geerdts und Innenminister Schlie (von rechts).

Seit seiner Gründung zahlte der "Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not" über 100 000 Euro.

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09. März 2011, 11:06 Uhr

Kiel | Mit einem Sponsorenessen hat der "Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not" (Hupf) sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Die Resonanz war groß wie nie: 55 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Landespolizei hatten sich im Kieler "Maritim"-Hotel eingefunden, um den Hilfsfonds zu unterstützen.

Als besonderen "Geburtstagsgast" begrüßte Vorsitzender Wolfgang Pistol Landtagspräsident Torsten Geerdts (CDU). Neben Innenminister Klaus Schlie (CDU) als Schirmherr des Vereins zählten auch Landtags-Vizepräsidentin Herlich Marie Todsen-Reese (CDU) und der FDP-Abgeordnete Jens-Uwe Dankert sowie GdP-Landesvorsitzender Oliver Malchow zu den Ehrengästen.

Der am 26. Februar auf Initiative der Polizeigewerkschaft gegründete Verein bedenkt im Dienst schwer verletzte Polizisten oder die Familien getöteter Beamter mit Zuwendungen. Seit Gründung habe der Fonds 59 Polizeibeschäftigte, davon zwölf Frauen, mit einem Gesamtbetrag von fast 103 000 Euro unterstützt, erklärte Pistol.

Die Arbeit der Vorstandsmitglieder erfolge rein ehrenamtlich, Spenden kämen ohne Abzug betroffenen Polizeibeschäftigten zu. Die Zuwendungen erfolgten überwiegend durch die Finanzierung von Erholungs-, Kur- und Betreuungsmaßnahmen, aber auch Unterstützung durch Hilfe im Alltag gehöre dazu. Bei den vom Hilfsfonds verwalteten Geldern handele es sich vor allem um Spenden aus allen Teilen der Bevölkerung, sie seien deshalb ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität mit den betroffenen Polizisten, unterstrich Pistol.

Wie Innenminister Schlie verurteilte Torsten Geerdts jegliche Gewalt gegen Polizeibeamte. Als "Mitbürger in Uniform" stehe auch den Polizisten das Recht auf den Respekt ihrer Menschenwürde und das Recht auf Unversehrtheit zu. "Beides wird ihnen aber von einer wachsenden Zahl von Menschen offensichtlich nicht mehr zugestanden", zeigte sich der Landtagspräsident besorgt. Viele Bürger fühlten Anerkennung für den Einsatz der Polizei und die Sorgen und Nöte der Beamten, das zeigten die Zuwendungen für den Fonds. Diese Unterstützung sei ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit der Polizei, das von den Polizeibeschäftigten in einem ganz hohen Maße anerkannt werde. "Das hohe Maß an Gewalt, dem die Polizei mittlerweile immer häufiger ausgesetzt ist, und das hohe Maß an Aggression, das sie trifft, ist aber beunruhigend", sagte Geerdts. Immer häufiger müsse die Exekutive, die sichtbar oft nur in der uniformierten Polizei hervortrete, als Projektionsfläche für allen Unmut in der Gesellschaft herhalten. Leidtragende seien dann die Polizisten. Deshalb müssten alle gesellschaftlichen Institutionen Initiativen entwickeln, um den Polizisten als Bürger, als Mensch mit Rechten und Bedürfnissen in das Gedächtnis der Menschen zu rücken.

"Ein wichtiger Schritt dazu scheint mir, deutlich zu machen, dass in unserer parlamentarischen Demokratie die politischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse vorrangig in den Parlamenten stattfinden", sagte Geerdts. Deshalb sei es notwendig, das Bewusstsein für die eigentlichen Aufgaben der Polizei herzustellen.

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