Eutin : Zauberhafte Radfahrkurse

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Ein Slalom gehörte zu den Aufgaben für die Kursteilnehmer.
Ein Slalom gehörte zu den Aufgaben für die Kursteilnehmer.

Bei Übungsstunden für Grundschüler ziehen die Präventionsbeauftragen der Polizeidirektion Lübeck alle Register.

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11. Juli 2019, 16:36 Uhr

Eutin | Der Bedarf ist offensichtlich groß: Drei Kurse, mit denen die Polizei Grundschüler fit fürs Fahrradfahren macht, waren innerhalb einer Woche ausgebucht. Bei den Ferienkursen üben die Kinder auf dem Verkehrsübungsplatz der Kreisverkehrswacht Ostholstein-Süd an drei aufeinanderfolgenden Vormittagen das Radfahren. Die Präventionsbeamten der Polizeidirektion Lübeck legen dabei besonderen Wert auf das Erlernen der Verkehrsregeln für Radfahrer und Fußgänger.

Geschicklichkeitsübung: Zu den Aufgaben gehörte das Fahren über diese Wippe.
Polizei
Geschicklichkeitsübung: Zu den Aufgaben gehörte das Fahren über diese Wippe.
 

Die ersten Kinder haben den Fahrrad-Ferienkursus bereits absolviert. Die erste Stunde des Vormittags verbrachten sie damit, einen bestimmten Parcours abzufahren, um beim Slalom oder auf der Wippe ihren Umgang mit dem Fahrrad zu verbessern, das Umschauen während der Fahrt und das einhändige Fahren zu üben. Und auch wenn mal vom Laster gefallener Bauschutt – in diesem Fall simuliert durch Schwämme – oder ein Brett die Straße versperrten, sollten die Kinder zeigen, ob sie das Fahrrad über diese Stellen heben oder einer Gefahr ausweichen konnten.

Es war schön zu sehen, wie sich die meisten Kinder am letzten Tag wesentlich mehr im Umgang mit ihren Rädern zutrauten und dass sich die Motorik nach drei Tagen intensiven Übens verbessert hatte. Für den zweiten Teil des Vormittags packte Polizistin Heike Schmidt den Zauberstab aus.

Das Tragen des Fahrrads über ein Brett gehörte ebenfalls zu den Aufgaben, die zu bewältigen waren.
Polizei
Das Tragen des Fahrrads über ein Brett gehörte ebenfalls zu den Aufgaben, die zu bewältigen waren.
 

Auf Nachfrage wussten die Kinder, dass sie im Alter von sieben Jahren mit ihren Fahrrädern nur auf dem Gehweg fahren dürfen. Also – „Abrakadabra - Simsalabim“ – wurden alle Kinder zu Zehnjährigen verzaubert. Nun mussten sie auf dem Übungsplatz alle auf der Straße fahren, da es hier keine Radwege gab. Da sich die Regeln aber nicht in den Kopf zaubern lassen, wurden Verkehrszeichen besprochen, und die Polizeibeamten achteten natürlich mit Ermahnungen und viel Lob auf die strikte Einhaltung der Regeln. Dass dann doch mal eine Radfahrerin mit ihrem Fahrrad stürzte, lag nach eigener Aussage nur daran, dass der Drahtesel ab und zu noch mit ihr durchgehe.

Das große Finale gab es dann am letzten Tag des Ferien-Radfahrkurses. In Begleitung der Polizistin Heike Schmidt und eines Kollegen vom Polizeirevier Eutin fuhren die Kinder eine kleine Runde durch Eutin. Dafür wurde die Gruppe geteilt. Zuerst waren die Siebenjährigen dran. Sie fuhren auf den Gehwegen, während die Polizeibeamten sie auf den Radwegen und der Straße begleiteten.

Es gab immer wieder kurze Erklärungspausen, in denen die Kinder über Fußgängerbedarfsampeln, das Queren von Straßen als siebenjähriger Radfahrer, nämlich schiebend, und die Gefahren beim Fahren auf dem Gehweg aufgeklärt wurden. Hierbei zeigte sich den Präventionsbeamten wieder einmal ganz deutlich, dass für siebenjährige Kinder manchmal die große Schnecke am Straßenrand eben doch viel wichtiger ist als der erklärende Polizist oder eben der Straßenverkehr.

Die Präventionsbeamtin Heike Schmidt überreicht einer jungen Teilnehmerin des Radfahrkurses eine Urkunde.
Polizei
Die Präventionsbeamtin Heike Schmidt überreicht einer jungen Teilnehmerin des Radfahrkurses eine Urkunde.
 

Für die Acht- und Neunjährigen ging es danach über die Radwege der Stadt. Welchen Radweg nutze ich, wenn es auf jeder Straßenseite einen gibt? Schließt die Fußgängerbedarfsampel den Radweg mit ein? Wie komme ich als Radfahrer am besten über diese riesige Kreuzung oder wie verhalte ich mich richtig, wenn ein Radweg endet? Dies waren Themen, die es zu klären gab. Am Ende des Kurses wurden die Sieger des „Schneckenrennens“ gekürt, und es gab für alle Teilnehmer eine Urkunde.

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