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Ostholsteiner Anzeiger

23. September 2017 | 09:34 Uhr

Plön : Zahn der Zeit nagt an Schloss Plön

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Witterungseinflüsse setzen der Fassade des Schlosses Plön zu . Die Instandhaltungsarbeiten dauern bis in den Oktober hinein.

von
erstellt am 24.Jun.2015 | 12:30 Uhr

Nur zwölf Jahre nach der fulminanten Eröffnung der gemeinnützigen Fielmann-Akademie im Schloss Plön ist das Kulturdenkmal schon wieder verhüllt. Der Zahn der Zeit nagt am Schloss Plön, in dem jährlich rund 6000 Augenoptiker für das Berufsleben qualifiziert werden, außergewöhnlich schnell. 600  000 Euro gibt Schlossherr und Optiker-Unternehmer Günther Fielmann für den Erhalt des bedeutendsten Residenz-Neubaus des Dreißigjährigen Krieges aus, um das heute weit über die Grenzen Plöns hinaus bekannte Kulturdenkmal in seiner Schönheit zu erhalten. Dabei erfolgen die Arbeiten in Abstimmung mit der Denkmalpflege.

In einem zweistufigen, aufeinander folgenden Verfahren wird das Schloss Plön für die Arbeiten auf einer Fläche von 5500 Quadratmeter eingerüstet. Zuvor wurde schon die Heizung von Öl auf Gas umgestellt. Derzeit steht das Gerüst in südwestlicher Ausrichtung des Schlosses. „Der erste Bauabschnitt begann im Mai und ist zu einem Drittel bereits fertig“, sagte der für die Projektsteuerung verantwortliche Fielmann-Architekt Marcus Diedrich. Anfang August werde das Gerüst auf die von der Straße sichtbare Seite verlegt. Im Oktober sollen die Bauarbeiten beendet sein.

„In der nach historischem Vorbild aus Muschelkalk bestehenden Fassade haben sich durch Spannungen einige Risse im Putz vor der bis zu ein Meter dicken Wand gebildet“, beschrieb Architekt Niels Janiak aus Fockbek die Schäden. Insgesamt hätte die Fassade des Schlosses 1000 bis 1200 Schadstellen. Etwa 70 Risse seien größer als 0,3 Millimeter. Sie würden genauer untersucht und umfangreich ausgebessert. Zur Dokumentation der Risse sei von der gesamten Fassade des Schlosses Plön ein Putzkataster erstellt worden.

Zudem wird die Fassade des Schlosses Plön gereinigt und mit etwa 1700 Liter einer gebrochen weißen Selikatfarbe in 50 bis 60 Farbschichten aufgetragen. Seit 1840 erstrahlt das Schloss Plön in dieser Farbe.

Den Grund für die Fassadenarbeiten schon nach zwölf Jahren erklärt Architekt Niels Janiak: „Wir haben hier Spannunen und eine extreme Bewitterungssituation, die vom Großen Plöner See ausgeht.“ Mit dem Regen würden kleinste organische Partikel auf die Wand aufgebracht, die dort in den vergangenen zehn Jahren Veralgungen und Vergrünungen der Außenhaut auslösten.

„Wir müssen lernen, dass diese thermische Beeinflussung der Fassade und den zusammen etwa 300 Fenstern sehr zusetzt“, sagte Janiak. So sei auch das 3600 Quadratmeter große Schieferdach, belegt in der Art einer englischen Doppeldeckung, durch ein patentiertes Verfahren von Flechten, Moosen und Organismen gereinigt worden. Verwitterte Fensterflügel würden repariert oder ausgetauscht. Elf Eingangstüren und 500 laufende Meter hölzerne Dachgesimse des Schlosses seien begutachtet und je nach Zustand der Eichenhölzer und Fugenmaterialien repariert und neu gestrichen worden. „Während der Arbeiten sehen wir in engem Austausch mit den Umweltschutzbehörden sowie der Stadtentwässerung Plön“, sagte der Fielmann-Architekt Marcus Diedrich. Zur Stärkung der regionalen Wirtschaft seien bei der Vergabe von Aufträgen Unternehmen der Region zum Zuge gekommen. Und eines, das weiß man schon jetzt: In zwölf bis 15 Jahren werden die Arbeiten aufgrund der Witterungseinflüsse wiederholt werden müssen.

 

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