Gemeindewehr zieht Fazit : Zahl der Aktiven in Süsel unverändert

Befördert: ( v.l.) Stefan Machlitt, Nils Rave, Matthias Schulz, Andreas Lunau  und Kai Döring.
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Befördert: ( v.l.) Stefan Machlitt, Nils Rave, Matthias Schulz, Andreas Lunau und Kai Döring.

Mit 245 aktiven Feuerwehrleuten in neun Wehren ist im vergangenen Jahr die Zahl unverändert geblieben. Bürgermeister Holger Reinholdt appelliert in Versammlung an den Erhalt der Dialogfähigkeit zwischen Feuerwehren und Gemeinde.

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30. Juni 2014, 12:07 Uhr

Die personelle Stärke der neun Feuerwehren in der Gemeinde Süsel hat sich im vergangenen Jahr nicht verändert: „Wir haben 245 Aktive wie im Vorjahr, das ist gut. Wir haben 41 Frauen, das ist auch gut. Das Durchschnittsalter ist allerdings weiter gestiegen auf 40,6 Jahre, das ist nicht gut, wir werden immer älter.“ Dieses Fazit zog Gemeindewehrführer Kai Nagel am Wochenende in der Jahresversammlung der Gemeindewehr in der Bujendorfer Schützenhalle.

Die Entwicklung der Mitgliedszahlen im Kreis sei sehr unterschiedlich, ergänzte Kreisbrandmeister Ralf Thomsen. Wehren mit Jugendabteilungen entwickelten sich positiv, bei anderen schwinde der Bestand. „Wehren, die diese Entwicklung verschlafen haben, schaffen sich selbst ab.“

Mit Blick auf das Einsatzgeschehen im vergangenen Jahr nannte Nagel 93 Einsätze, zwei weniger als im Jahr 2012. Es waren zwei Mittelbrände als nachbarschaftliche Löschhilfe darunter, acht Kleinbrände und sechs Verkehrsunfälle. Den drei Jugendwehren, die vergangenes Jahr zusammen 57 Mitglieder hatten, bescheinigte Nagel einen hohen Ausbildungsstand.

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über kommunale Investitionen für die Feuerwehr sagte Nagel: „Die Feuerwehr gehört nicht der Feuerwehr, sie gehört der Gemeinde. Wie viel Feuerwehr die Gemeinde braucht und wie motiviert hier Menschen tätig werden, entscheidet auch die Gemeinde.“

Größtes Problem sei aktuell das Feuerwehrhaus in Röbel, eine Entscheidung über Neubau oder Umbau noch nicht gefällt. Dafür sei der Kauf eines neuen Autos für Fassensdorf zurückgestellt worden. Nun sei schon wieder ein halbes Jahr vergangen, und im Bedarfsplan stünden für nächstes Jahr weitere Fahrzeuge für die Wehren in Gömnitz und Süsel. Nagel: „Ich bin gespannt, wie es weitergeht.“

Er hoffe beim Problem Röbel auf eine Entscheidung im Herbst, sagte Bürgermeister Holger Reinholdt. Er versicherte, dass bei dieser Entscheidung sowohl die Wehr als auch die Dorfschaft eingebunden würden.

Vor dem Hintergrund der teilweise heftigen verbalen Auseinandersetzungen zwischen Feuerwehr-Angehörigen und Gemeindevertretern warb Reinholdt für den Erhalt der Dialogfähigkeit beider Seiten: „Die Gesprächsfähigkeit muss bleiben, das Ziel darf nicht aus den Augen verloren werden.“ Und Ziel sei, die Forderungen des Brandschutzes und die
finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde in Einklang zu bringen.

„Es ist besser, miteinander als übereinander zu sprechen“, pflichtete Thomsen bei. Er empfahl den Süseler Kommunalpolitikern den Besuch von speziellen Seminaren bei der Landesfeuerwehrschule, das dort vermittelte Wissen erleichtere beide Seiten die Arbeit.

Eutins Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt merkte in seinem plattdeutsch gehaltenen Grußwort an, dass es notwendig sei, für die Finanzierung des Brandschutzes neue Quellen zu erschließen. Vielleicht sei es möglich, große Firmen bei großen Investitionen stärker in die Pflicht zu nehmen.

Eine Ehrung erfuhr der ehemaliger Röbeler Wehrführer Dieter Scheel, der für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet wurde. Befördert wurden Stefan Machlitt (Feuerwehr Süsel) und Nils Rave (Groß Meinsdorf) zu Hauptbrandmeistern, Matthias Schulz (Gömnitz) und
Andreas Lunau (Röbel) zu Hauptlöschmeistern sowie Kai Döring (Gothendorf) zum Oberlöschmeister.

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