Eutin : Zählen für die Zukunft

Mit dem sogenannten Seitenradar können motorisierte Fahrzeuge und Räder erfasst werden.
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Mit dem sogenannten Seitenradar können motorisierte Fahrzeuge und Räder erfasst werden.

Vorbereitung auf das Parkleitsystem: Mit Radargeräten und Magnetfeldplatten wird der Verkehr im Eutiner Stadtgebiet erfasst.

shz.de von
27. Juni 2018, 00:14 Uhr

Welches Fahrzeug fährt wann wo lang und wie schnell? Verkehr ist immer ein Thema in Eutin, ob mit Rad, Auto oder Bus. In Vorbereitung auf ein Parkleitsystem, das installiert werden soll, bevor die Sanierung des Rosengartens im Herbst beginnt, wird nun der Verkehr gezählt.

An etwa zehn Kreuzungsbereichen im Stadtgebiet, die meisten davon rund ums Zentrum, sind seit Sonntag schwarze etwa DIN-A6 große Gummiplatten auf der Fahrbahn angebracht oder graue Kästen an Ampeln oder Pfosten. Die Gummiplatten sind sogenannte NC-Platten, die, in der Mitte der jeweiligen Fahrspur angebracht, von den Verkehrsteilnehmern überfahren werden. Die Messung erfolgt „berührungslos“ über Magnetfeldtechnologie. Zu sehen sind die Platten im Kreuzungsbereich Rosengarten/Riemannstraße/Plöner Straße aus der Innenstadt kommend sowie an der Kreuzung Albert-Mahlstedt-Straße/Heinrich-Westphal-Straße/Freischützstraße. „Damit kann neben der Anzahl der Fahrzeuge auch deren Länge gemessen werden“, erklärt Johanna Wrobel vom zuständigen Fachdienst beim Bauamt. Auch die Geschwindigkeit könne erfasst werden.

In der Oldenburger Straße, dem Jungfernstieg, an der Kreuzung Lübecker Straße/Freischützstraße, Stolbergstraße/Schloßstraße, am Hochkamp zwischen Janhöhe und Fuhlnborn sowie in der Elisabethstraße werde mittels Seitenradar (grauer Kasten am Pfosten) neben Länge, Geschwindigkeit und Anzahl der Fahrzeuge auch noch der Radverkehr erfasst. „Gemessen wird noch bis Sonntag, dann hat das Unternehmen zwei Wochen Zeit für die Datenauswertung“, sagt Wrobel.

Die Erkenntnisse daraus seien nicht nur wichtig für Anträge bei der Kreisverkehrsbehörde, sondern auch wegen bevorstehender Maßnahmen beim Radverkehrskonzept und Parkleitsystem. Ein Verkehrsversuch im größeren Stil, bei dem auch andere Verkehrsflüsse und Veränderungen von Fahrtrichtungen in der Innenstadt getestet werden sollten, wurde seit fast drei Jahren aus immer anderen Gründen von Kaufmannschaft und Politik auf unbestimmte Zeit verschoben. Während der Sanierung des Rosengartens entsteht wegen der Vollsperrung zwangsläufig eine Änderung des Verkehrs. Auch während dieser Zeit soll eine Messung stattfinden. Einem echten Verkehrsversuch, der, ähnlich wie das Parkleitsystem, zum Ziel hat, den sogenannten Park-Suchverkehr aus dem Zentrum rauszuhalten, kommt die Vollsperrung von nur einer Straße ohne weitere Maßnahmen nicht gleich.

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