Zähes Ringen im Naturpark

kf-frei
2 von 2

Leidenschaftliche Debatte um künftigen Standort der Geschäftsstelle / Stadt und Kreis Plön sollen zum Austritt bewegt werden

23-24686921_23-77733324_1455900605.JPG von
27. November 2018, 11:04 Uhr

Es war ein zähes Ringen und eine leidenschaftliche Diskussion, die der Abstimmung voraus ging. Die Entscheidung für einen Umzug der Naturpark-Zentrale von Plön nach Eutin im nächsten Jahr wurde aber – wie gestern berichtet – in der Mitgliederversammlung des Vereines Naturpark Holsteinische Schweiz am Montagabend mit einer Stimmenmehrheit von fast 75 Prozent beschlossen. Rund eine Stunde lang wurden noch einmal viele Argumente für und gegen den Umzug ausgelistet, die im Vorfeld auch in Rundschreiben an die Mitglieder erwähnt worden waren.

Plöns Bürgermeister Lars Winter argumentierte vor allem mit Kosten des Umzugs nach Eutin, „eine Schweinegeld“, das Steuerzahler aufbringen müssten. Im übrigen sei offen, welche laufenden Kosten nach dem Ende der Förderperiode durch das Land in drei Jahren auf die Naturpark-Mitglieder zukommen. Das sind vor allem die Städte und Gemeinden im Naturparkgebiet und die drei betroffenen Landkreise.

Winter betonte, dass eine Einigung mit der Marius-Böger-Stiftung als Vermieterin des Uhrenhauses in Plön möglich sei und es im Plöner Rathaus Büroräume für die Geschäftsstelle des Naturparks gebe. Und der Kreis Plön sei bereit, die von der Böger-Stiftung gerichtlich erstrittenen Sanierungskosten für Wurmbefall im Dachgebälk von gut 10 000 Euro zu übernehmen. Der stellvertretende Plöner Landrat Thomas Hansen und der Kreispräsident Stefan Leyk führten darüber hinaus ins Feld, dass die dem Naturpark zugesagte Förderung des Landes auch gezahlt würde, wenn der Naturpark in Plön bleibe, was Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann schriftlich bestätigt hatte.

Eine einmalige 500 000-Euro-Förderung des Landes müsse aber im nächsten Jahr angefordert werden, betonte die Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen (Grüne). Mit diesem Geld soll der Umbau des Kulissenlagers in der Opernscheune für die Naturparkgeschäftsstelle und eine moderne Ausstellung finanziert werden. Lars Winter warnte, dass der Scheunen-Umbau erst nach dem Ende der Opernsaison 2019 beginne könne. Das betätigte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager, im August 2019 könne es aber losgehen.

Eutins Bürgermeister Carsten Behnk erinnerte daran, dass die Entscheidung für eine Verlegung der Naturpark-Zentrale am Ende eines langen Prozesses stehe und die Diskussion überraschend spät erfolge.

Überraschend waren unterdes auch Reaktionen auf den Beschluss: Plöns Bürgermeister Lars Winter kündigte an, dass er in der Plöner Ratsversammlung den Austritt der Stadt Plön beantragen werde. Plöns CDU-Vorsitzender André Jagusch kündigte gestern an, dass die CDU auch den Kreis Plön zum Austritt aus dem Naturparkverein bewegen wolle.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen