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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 15:27 Uhr

Eutin : Zäher Rechtsstreit um Fasaneninsel

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neuer Eigentümer kommt nicht zum Zuge: Sein Anspruch auf Zwangsräumung der Fasaneninsel wird seit einem Jahr mit juristischen Finessen aufgehalten.

Zur schier unendlichen Geschichte hat sich der 2014 angebahnte Eigentümerwechsel bei der Fasaneninsel entwickelt. Die hat der Griebeler Geschäftsmann Karl-Heinz Schulenburg zwar im Vorjahr bei einer Zwangsversteigerung erworben. Doch verfügen über seinen Grundbesitz im Großen Eutiner See kann der 89-Jährige immer noch nicht: Nach Informationen unserer Zeitung scheiterte vorige Woche erneut ein Versuch, per Gerichtsvollzieher den Zugang zur Insel zu erhalten.

Rund eine halbe Million Euro hatte der Pferdezüchter aus Griebel im April 2014 bei der Zwangsversteigerung für die zwei Hektar große, mit einem sanierungsbedürftigen Anwesen bebaute Insel geboten. Sein erklärtes Ziel: Die Insel soll der von ihm gegründeten Naturschutz-Stiftung unterstellt und nach einer gründlichen Renovierung der teilweise unter Denkmalschutz stehenden Bauten öffentlich zugänglich werden.

Doch gegen den Zuschlag hatte die bisherige Besitzerin, eine aus Hamburg stammende Kauffrau, diverse Rechtsmittel eingelegt. Die waren dann in letzter Instanz gerichtlich für gegenstandslos erklärt worden, so dass Schulenburg als neuer Eigentümer der Insel ins Grundbuch eingetragen wurde.

Das aber erwies sich für ihn bisher nur als ein juristischer Teilerfolg. Im September 2014 scheiterte sein erster Versuch, in Begleitung eines Gerichtsvollziehers die Insel zu betreten. Auf dem Anlegesteg präsentierten zwei mit der Geschäftsfrau eng verbundene Männer einen bis dato auch bei Gericht unbekannten Pachtvertrag, der ihnen ein Nutzungsrecht bis 2017 einräumte.

Dessen Gültigkeit bestritt Schulenburg postwendend und betrieb zugleich Räumungsverfahren gegen die überraschend aufgetauchten Pächter. Doch die von ihm mittlerweile vor dem Amtsgericht Eutin und Landgericht Lübeck erstrittenen Ansprüche auf Räumung der Insel hebelte die Gegenseite zumeist kurz vor Ablauf der Fristen juristisch aus. Begründet wurden die Einsprüche mit Verfahrensfehlern und der neuerlichen Beschwerde, dass Schulenburgs Eigentumsanspruch unrechtmäßig im Grundbuch verankert worden sei.

Welchen Sinn diese Hinhaltetaktik hat, erschließt sich selbst versierten Juristen kaum. Das Vorgehen scheint allerdings Methode zu haben: Ähnliches folgte auch schon den von Banken betriebenen Zwangsversteigerungen von Grundeigentum in Eutin und Süsel, das der Kauffrau aus Hamburg gehörte.

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erstellt am 19.Aug.2015 | 17:02 Uhr

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