Lutherkirche Kleinmeinsdorf : Yared Dibaba begeisterte rund 120 Gäste

Freuten sich über 120 Besucher beim „Snack op Platt“ in der Lutherkirche: der schwarze Plattsnacker Yared Dibaba mit Pastor Ulrich Gradert und OHA-Redakteur Michael Kuhr.
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Freuten sich über 120 Besucher beim „Snack op Platt“ in der Lutherkirche: der schwarze Plattsnacker Yared Dibaba mit Pastor Ulrich Gradert und OHA-Redakteur Michael Kuhr.

Nicht alle fanden einen Platz, als Pastor Ulrich Gradert und OHA-Redakteur Michael Kuhr am Dienstagabend den NDR-Moderator Yared Dibaba in der Lutherkirche zum „Snack op Platt“ begrüßten.

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05. Juni 2014, 18:00 Uhr

Nicht alle fanden einen Platz, als Pastor Ulrich Gradert und OHA-Redakteur Michael Kuhr am Dienstagabend den NDR-Moderator Yared Dibaba in der Lutherkirche zum „Snack op Platt“ begrüßten. Etwa 120 Gäste wollten den aus Funk und Fernsehen bekannten „swatten Plattsnacker“ aus nächster Nähe erleben. Am Ende der knapp zweistündigen und ausgesprochen kurzweiligen Veranstaltung erntete der 45-jährige Dibaba einen langen, freundlichen Applaus.

Zur Eröffnung zeigte der aus Äthiopien stammende Yared Terfa Dibaba gemeinsam mit Ulrich Gradert, wie man sich in seiner Heimat Oroma begrüßt. Es sind viele Fragen, die in einem Umarmungs-Ritual gestellt und Wünsche, die ausgesprochen werden. Schnell einigte man sich unter dem Beifall der Besucher jedoch auf ein kurzes und norddeutsches „Moin, Moin...“.

Pastor Ulrich Gradert ging mit dem evangelischen Christen Yared Dibaba, mit dem er schon gemeinsam in Plön einen plattdeutschen Gottesdienst bei der NDR-Landpartie gehalten hatte, in die Tiefe. „Der barmherzige Samariter“ sei für den 45-jährigen Gläubigen der wichtigste Teil in der Bibel. Dibaba schilderte die Angst seiner Familie im kriegerischen Äthiopien und die Umstände der am Ende glücklichen Flucht nach Deutschland. Er wisse zu schätzen, in einem freien und friedlichen Land wie Deutschland zu leben.

Doch Yared Dibaba ist auch immer für einen Spaß zu haben. So wurden in der Lutherkirche kleine Filme eingespielt, die den Plattsnacker bei seinem Auftritt im Ohnsorg-Theater mit Heidi Kabel zeigten. Außerdem ging es in einem kurzen Film über die Probleme eines Afrikaners mit der Deutschen Sprache. So versuchte Yared Dibaba in Hamburg einen fast verzweifelten Taxi-Fahrer in gebrochenem Deutsch nach dem Weg zur nächsten „Anal“-Tankstelle zu fragen. Er ließ sich dabei nicht vom Taxi-Fahrer abbringen, der ihn zu einer „Aral“-Tankstelle schicken wollte...

Yared Dibaba hat in Bremen bei einem bekannten Kaffeeröster Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt. Als Kaffeetester musste er täglich rund 250 Kaffeesorten schmecken. Klar, dass Ulrich Gradert und Michael Kuhr auch einen Kaffeetest vorbereitet hatten. Gewissenhaft und am Ende auch zielsicher fand Yared Dibaba „seinen“ Bremer Kaffee aus dem Angebot heraus.

Und dann wurde es wieder ernst, als sich Yared Dibaba mit seiner Hautfarbe befasste. Der Farbige fühle sich als Afrikaner. Eigentlich seien doch auch die Weißen farbig, sie veränderten sogar ihre Farbe: bei der Geburt seien sie blau, wenn sie peinlich berührt seien würden sie rot und wenn sie sich erschreckten sogar ganz weiß. Yared Dibaba hat in der Lutherkirche einen bleibenden und sympathischen Eindruck hinterlassen. Die 120 Besucher entließen ihn mit einem tosenden Applaus und vielen Erinnerungsfotos und Widmungen aus dem „Snack op Platt“.


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