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Erste Nachschau : „Xaver“ trifft den Norden mit Wucht

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Orkan und Sturmflut / Öffentliches Leben lahm gelegt / Verkehrsbehinderungen / Heute schulfrei in Schleswig-Holstein und Hamburg

von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Das Orkantief „Xaver“ hat gestern mit Orkanböen von bis zu 140 Stundenkilometern über Schleswig-Holstein gewütet. Allerdings waren die Auswirkungen bis gestern Abend regional sehr unterschiedlich, die Kreise Ostholstein und Plön kamen bis Redaktionsschluss glimpflich davon.

Vor allem an der Nordseeküste und auf den Inseln tobte sich das Sturmtief aus. In List auf Sylt wurden Spitzengeschwindigkeiten von 133 Kilometer pro Stunde gemessen. Auf Helgoland erreichten die Böen 119 km/h. An der Ostseeküste gewann der Sturm am frühen Abend an Stärke. Am Leuchtturm Kiel lag die Windgeschwindigkeit bei 137 km/h.

Eine erste Sturmflut traf die Nordseeküste in Schleswig-Holstein mit Wasserständen von drei Metern über dem Mittleren Hochwasser. Die nordfriesischen Halligen wie Langeneß und Hooge meldeten „Land unter“. Größere Schäden blieben aber zunächst aus.

In ganz Schleswig-Holstein wurden rund 200 Einsätze von Polizei und Feuerwehr ausgelöst, verletzt wurde laut Polizei niemand.

Teilweise legten die Naturgewalten das öffentliche Leben lahm: Umgestürzte und entwurzelte Bäume sorgten für Sperrungen der Autobahn 7 sowie Bundes- und Landesstraßen. Die Deutsche Bahn stellte in Schleswig-Holstein den Fernverkehr komplett ein. Auch die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) fuhr zwischen Hamburg-Altona und dem nordfriesischen Niebüll nicht mehr, wegen des Unwetters gab es keinen Ersatzverkehr mit Bussen. Züge zwischen Kiel und Eckernförde sowie Kiel und Lübeck fielen ebenso aus wie der „Sylt Shuttle“. In vielen Schulen fiel der Unterricht aus. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist auch heute schulfrei. Die Weihnachtsmärkte waren vielerorts geschlossen oder machten vorzeitig dicht. Der Hamburger Dom öffnete gar nicht erst. Landesweit wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt.

Auch in Hamburg blieben größere Orkanschäden aus. Der Flugverkehr am Hamburger Flughafen war stark gestört.

Bis zum Abend kamen die Kreise Ostholstein (sieben Einsätze) und Plön (kein Einsatz) glimpflich davon. Polizei und Rettungskräfte waren trotzdem personell großzügig besetzt. Wegen des Orkans waren frühzeitig alle abendlichen kommunalen Ausschusssitzungen in Eutin, Plön und Malente abgesagt worden. Erst am Nachmittag bliesen Landrätin Stephanie Ladwig und Kreispräsident Peter Sönnichsen auch die Sitzung des Plöner Kreistags ab. Sie soll am 19. Dezember nachgeholt werden.

Die Rettungskräfte rückten am Abend und in der Nacht zu einigen Einsätzen aus. Gestern waren es umgestürzte Bäume, in Pelzerhaken ein großes Werbeschild, das drohte, umzukippen. Die Feuerwehr montierte es ab.

Zwischen Pohnsdorf und Stockelsdorf sind wegen des Sturms auf der L 184 zwei Autos zusammengeprallt. Die zwei Unfallbeteiligten wurden leicht verletzt. Gegen 14.30 Uhr erfasste offenbar eine Windböe das Auto einer 60-jährigen Lübeckerin, die in Richtung Stockelsdorf unterwegs war. Dadurch geriet ihr Auto auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Mercedes, der in Richtung Pohnsdorf fuhr. Der Gesamtschaden wird auf etwa 13 000 Euro geschätzt.

Außerdem wurden gestern etliche Veranstaltungen für heute abgesagt: in Zarnekau fällt der plattdeutsche Abend am Kamin der Volkshochschule aus. Das Jobcenter im Kreis Plön hat heute geschlossen. Kunden entstünden keine Nachteile, hieß es aus der Arbeitsverwaltung. In Niendorf wurde „Fischers Wiehnacht“ vorerst nur für heute abgesagt. Berichte Seite 15 bis 17
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