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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 20:30 Uhr

Eutin : WVE ringt um eine Park-Lösung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Intensive Diskussion um fehlende Parkplätze und Dauerparker ab Nachmittag / Eine schnelle Lösung ist allerdings nicht Sicht

Wer fordert gerne etwas, das er selbst nicht mag? Und warum fordern Geschäftsinhaber Parkgebühren, wo doch kostenloses Parken viel kundenfreundlicher wäre?

„Wir haben ein massives Parkproblem“, konstatierte der stellvertretende WVE-Vorsitzende Thomas Menke am Dienstagabend in einer Versammlung der Wirtschaftsvereinigung Eutin. Durch Bauarbeiten und Landesgartenschau fehlten kostenlose Parkplätze am Schloss, an der Ostseite des Bahnhofs und auch im Bleekergang, „das sind zusammen bestimmt 450 Stellplätze.“ Mit dem Bau einer Turnhalle auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes an der Elisabethstraße werde weiterer Parkraum verloren gehen.

Aktuell seien viele Plätze dauerhaft belegt, sobald keine Parkgebühren mehr erhoben würden, vor allem durch Menschen, die in der Innenstadt arbeiten oder auch dort wohnten – also nachmittags ab 15 Uhr bis zum nächsten Morgen. Menke: „Wir können beobachten, wie Autofahrer zwei Mal um den Parkplatz am Stadtgraben kreisen und entnervt wieder davon fahren.“

Jeder verfügbare Parkplatz bringe im Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von 500 bis 600 Euro am Tag, und es sei das Weihnachtsgeschäft, mit dem die Einzelhändler ihr Geld verdienten. Vor diesem Hintergrund hatte der Vorstand der WVE jüngst den Vorschlag unterbreitet, die Gebührenpflicht für die Innenstadt-Parkplätze zu verlängern, damit potenzielle Kunden die Chance haben, auch die Geschäfte zu erreichen (wir berichteten). Da Gebühren immer unbeliebt sind und auch innerhalb der WVE heftige Kritik an dem Vorstoß des Vorstandes ohne Rücksprache mit Mitgliedern erhoben worden war, wurde die Idee nachgeschoben, die Zeit nach 15 Uhr mit einer Parkscheibenpflicht zu versehen.

„Ich habe den Hinweis bekommen, dass dieses Modell rechtlich nicht möglich sei“ sagte Thomas Menke. Während der Hauptausschuss, der gleichzeitg im Rathaus tagte, die vermeintlich unzulässige Parkscheiben-Regelung beschloss, rangen die WVE-Mitglieder in der Versammlung während in einer ausgiebigen Diskussion vor allem um die Frage, ob eine bis 18 oder 19 Uhr verlängerte Parkgebührenpflicht keine gegenteilige, auf Kundschaft abschreckende Wirkung haben könnte.

Am Ende der Diskussion stand ein bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme angenommener Auftrag an den Vorstand: Der solle so schnell wie möglich bei der Stadt eine Verlängerung der Parkgebührenzeit beantragen, im Gegenzug sollen die der WVE angehörende Häuser bereit sein, den Kunden ab einem bestimmten Kaufbetrag die Parkgebühr zu erstatten.

Nun hat der Hauptausschuss zwar beschlossen, eine Parkscheiben-Regelung einzuführen, es ist aber mehr als fraglich, ob dieser Beschluss noch zum Weihnachtsgeschäft umgesetzt werden: Das Bestellen entsprechender Schilder werde laut Ordnungsamt etwa drei Wochen dauern. Bevor die Schilder nicht montiert seien, gelte weiter die Regelung, dass parken 15 Uhr gebühren frei ist. Der Hauptausschuss hat der Verwaltung auch den Auftrag erteil, zu prüfen, ob die Zahl der vermieteten Dauerparkplätze am Stadtgraben nicht verkleinert werden könnte.

Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz hatte angemerkt, dass es etwa 1300 Parkplätze in der Innenstadt gebe. Von einer echten Not könne deshalb nicht die Rede sein.

Eine Fortsetzung der Diskussion ist auf jeden Fall garantiert: „Es gibt Überlegungen, den Parkplatz am Schloss auch nach der Landesgartenschau nicht mehr zu öffnen“, warnte ein WVE-Mitglied in der Versammlung. WVE-Vorsitzender Klaus Hoth reagierte entsetzt: „Das kann man doch nicht machen, auch in Hinblick auf die Besucher der Schlossterrassen.“ Und Thomas Menke machte klar: „Eine Kleinstadt braucht im Verhältnis zur Großstadt viel mehr Parkplätze, weil hier der entsprechende ÖPNV fehlt.“ Dabei stehe Eutin auch in Konkurrenz zu Einkaufszentren, die in ausreichender Zahl kostenfreie Parkplätze vorhielten.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 19:48 Uhr

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