Gemeindewehr Schönwalde : Wut über EU-Pläne

Harry Lindner (links) und Gerwin Grebin präsentieren Ehren-Urkunden, im Hintergrund (von rechts) Bürgermeister, Gemeindewehrführer und sein Stellvertreter Bastian Walkhoff. Foto: Marc Dobkowitz
Harry Lindner (links) und Gerwin Grebin präsentieren Ehren-Urkunden, im Hintergrund (von rechts) Bürgermeister, Gemeindewehrführer und sein Stellvertreter Bastian Walkhoff. Foto: Marc Dobkowitz

Amtswehrführer Kurt Tamm: Die Komissions-Überlegungen schaden dem Ehrenamt.

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27. Februar 2012, 10:46 Uhr

Schönwalde | Wie kann man mehr Menschen für den Dienst in der Feuerwehr begeistern? Diese Frage war Freitag beherrschendes Thema in der Jahresversammlung der Gemeindewehr Schönwalde. Angesichts der jüngst vom Deutschen Feuerwehrverband geäußerten Furcht, dass eine Dienstzeitbegrenzung für Berufsfeuerwehren nach Überlegungen der EU-Kommission auch auf den freiwilligen Brandschutz angewandt werden könnten, fand Kurt Tamm deutliche Worte: "Ich komme mir vor wie die Gurke, deren Krümmung die in Brüssel festlegen wollen." Der Amtswehrführer in Ostholstein-Mitte sprach von einem "Tritt vors Schienbein", wenn es eine Addition von beruflichen Arbeitsstunden und ehrenamtlichen geleisteten Stunden und eine wöchentliche Begrenzung von 48 Stunden geben sollte. "Dann geht’s mit den Blauröcken bergab." Auch Schönwaldes Bürgermeister Hans-Alfred Plötner sprach von einem "Totmachen des Ehrenamtes".

Der Schönwalder Gemeindewehrführer Matthias Hamann berichtete, dass die Stärke der vier Wehren mit 92 Mitgliedern unverändert sei. Gemäß Brandschutzgesetz sollten es aber mindestens 124 Aktive sein. Das Durchschnittsalter der Einsatzkräfte liege bei 41,4 Jahren, was auch für weitere intensive Mitgliederwerbung spreche. Dabei bezog Hamann ausdrücklich auch die Gemeinde ein, die für den Brandschutz verantwortlich ist: Auch dort müsse man sich Gedanken machen, wie Bürger zum Dienst in der Feuerwehr motiviert werden könnten.
Zwei Mädchen traten nicht in die aktive Wehr über

Von einem personellen Auf und Ab in der Jugendwehr berichtete Markus Lühr. Als Ziel habe er sich gesetzt, Ende des Jahres 15 Mitglieder zu haben, das wären vier mehr als zu Beginn. Im vergangenen Jahr habe es acht Abgänge gegeben, zwei davon aus Altersgründen. Kurt Tamm bedauerte, dass zwei Mädchen, die der Jugendwehr "entwachsen" waren, nicht in die aktive Wehr eingetreten seien.

Jan Matthews wurde zum Hauptfeuerwehrmann zwei Sterne befördert. Das Brandschutzehrenzeichen in Gold für 40 Jahre Feuerwehrdienst erhielt Harry Linder, der lange Wehrführer in Langenhagen war. Die Auszeichnung in Silber für 25 Jahre Dienst erhielt der stellvertretenden Ortswehrführer von Mönchneversdorf, Gerwin Grebien.

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