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Ostholsteiner Anzeiger

19. November 2017 | 02:27 Uhr

Wut ist der falsche Wahlberater

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 00:37 Uhr

Eutin ist kein einfaches Pflaster – in vielfacher Hinsicht. Sigrid Jürß hat als Sprecherin der Bürgerinititative (BI) eingeräumt, für den Erhalt und die Sanierung des Haus des Gastes, auch von Eigeninteressen getrieben zu sein – aber nicht ohne rhetorisch gewandt hinzuzufügen, „dass wir uns als BI da bei vielen Politikern und Verwaltungsmitarbeitern wohl in guter Gesellschaft befinden“. Als BI-Sprecherin wird sie nicht müde zu betonen, dass sie einen „Klotz an der Stadtbucht“ anstelle des Haus des Gastes nicht will. Und schon gar kein Hotel oder Eigentumswohnungen. Aber: Sie selbst hat sich fürs Wohnen im „Klotz“ entschieden – und zwar direkt neben dem Haus des Gastes, Seeblick inklusive.

Wichtig ist, dass offensichtlich hauptsächlich die älteren Bürger Eutins für den Erhalt kämpfen. Aber: Ausbaden müssen den drohenden Schuldenberg doch am Ende die nachfolgenden Generationen, denn es ist schwer vorstellbar, dass die Mehrheit der Stadtvertreter wirklich die von den Grünen angedrohte Konsequenz zieht und die Sanierung der Schlossterrassen inmitten der Planungen sausen lässt.

Jeder, der eine Meinung zum Haus des Gastes hat, sollte diese deshalb per Kreuzchen kundtun. Die Meinung zur Politik ist am 7. Mai nur auf Landesebene gefragt. Wer mit dem Kurs der Stadt nicht zufrieden ist, hat zwei Möglichkeiten: Aktiv mitmachen oder bis zur Kommunalwahl im nächsten Jahr warten. Aber es ändert niemand etwas daran, wenn er aus Wut hilft, das Haus des Gastes zu erhalten. Damit schafft man ein falsches Mahnmal.

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