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Bad Malente-Gremsmühlen : Wurzel unter der Bodenplatte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wieder gibt es Ärger um die Platanen in der Bismarckstraße: 4700 Euro kostete die Beseitigung eines Schadens durch die Bäume.

Der Platanen-Ärger in der Malenter Bismarck-Straße nimmt kein Ende. Erst am 3. Dezember berichteten wir über eine beschädigte Gasleitung in der Malenter Bismarckstraße. Ursache war eine Baumwurzel, die die Rohrleitung deformiert hatte. „Jetzt hat sich ein weiterer Anlieger gemeldet, der einen erheblichen Schaden durch die Bäume zu beklagen hat“, berichtet Anlieger Ingo Wagner, vor dessen Haus die defekte Gasleitung beim Anschluss eines neuen Gas-Kunden entdeckt wurde.

Sage und schreibe acht Meter lang sei die Wurzel, die sich jetzt bei seinem unmittelbaren Nachbarn unter die Bodenplatte des Hauses gewühlt und dort ein Abflussrohr zum Platzen gebracht habe. Der Nachbar habe sie entfernen lassen müssen. „Die hier entstandenen Schäden beliefen sich auf 4700 Euro“, sagt Wagner, der für die Grünen in der Gemeindevertretung sitzt.

Dass eine Wurzel sich in Abflussrohre regelrecht hineinfrisst, mag erstaunlich erscheinen, ist aber kein Einzelfall, wie ein Blick ins Archiv beweist. Erst 2013 beklagte der Ende November verstorbene Gerhard Brennecke, langjähriger Sprecher der Platanen-Gegner in der Bismarckstraße, einen vergleichbaren Schaden. Damals hatte nach seinen Angaben die Wurzel eines 20 Meter entfernt stehenden Baumes seine Abflussrohre verstopft. Kosten für die Reparatur: 2000 Euro.

Schon damals hatte Ingo Wagner den Verdacht geäußert, dass der Ende 2012 erfolgte Kronenschnitt kontraproduktiv gewesen sei und das Wurzelwachstum beschleunigt habe. Mit dem Kompromiss sollten die Anlieger eigentlich besänftigt werden, denn viele von ihnen fordern die Abholzung der 29 Platanen. Durch die neuerlichen Probleme sieht Wagner sich in seiner Ansicht bestätigt: „Durch den Kronenschnitt sind die Stämme noch kräftiger geworden, ebenso der Wurzelbereich, und auch die Höhe der Bäume hat zugenommen.“ Sichtbar werde dies durch empor gehobenen Bordsteine, freiliegende Wurzeln und eine aufgeplatzte Fahrbahndecke. Die letzte Begehung durch den Umweltausschuss sei im Dezember 1999 erfolgt, schon damals seien die Bäume zehn Meter hoch gewesen.

Seit mehr als 30 Jahren stünden die Platanen in der ohnehin beengten Bismarckstraße, kritisiert Ingo Wagner. Von Anfang an hätten die Bewohner für eine Abholzung der Platanen und die Pflanzung geeigneterer Gehölze gekämpft. Wagner, der das Amt des Sprechers der Platanengegner 2011 von Gerhard Brennecke übernommen hat, will nicht aufgeben. „In einer fein säuberlichen Akte hat Herr Brennecke mir die Unterlagen vor seinem Tod zur Verfügung gestellt.“ Gerne nehme er den Kampf weiter für ihn auf. Das habe er ihm versprochen.

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erstellt am 20.Dez.2015 | 18:08 Uhr

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