Eutins neuer Zob : Wunsch nach mehr Service

Der Mobilitätsbeirat besichtigte den neuen Zob an der Bahnhofstraße und prüfte seine Nutzerfreundlichkeit.
Eutins Mobilitätsbeirat besichtigte den neuen Zob an der Bahnhofstraße und prüfte seine Nutzerfreundlichkeit.

Ortsbesichtigung: Der Mobilitätsbeirat macht Verbesserungsvorschläge für den Zob am Bahnhof.

shz.de von
07. Dezember 2018, 13:41 Uhr

Wie ist er denn nun, der neue Zentrale Omnibusbahnhof (Zob)? Das wollten die Mitglieder des Mobilitätsbeirats wissen und nahmen das Vier-Millionen-Euro-Bauwerk am Donnerstag in Augenschein. Großes Murren war nicht zu hören, Klaus Kibbel (SPD) fand sogar lobende Worte. Der Blindenleitstrahl auf der Zob-Insel sei gelungen, sagte jemand. Die Gruppe hatte den Weg aus Richtung Elisabethstraße kommend durch die Bahnhofsunterführung die Rampe hinauf genommen. Dort endete der Weg auf hohem Bordstein. „Wo geht es hier weiter? Wie komme ich ohne Hürde zu den Haltestellen?“ Dort vorne, wies Bauamtsleiter Henning Schröter auf die Busausfahrt hin, in der die Bordsteine abgeflacht sind und bewegungsbeeinträchtigte Menschen die Busfahrbahn queren können. Der hohe Bordstein oberhalb der Rampe solle absichtlich von der Überquerung an der Stelle abhalten, erklärte Schröter. Von Gleis 2 bis zum Bahnhofsvorplatz hilft kein Blindenleitstrahl bei der Orientierung.

Die Mobilisten sammelten Verbesserungsvorschläge. QR-Codes könnten zu Service-Apps hinführen und Ortsunkundigen die Orientierung per Handy erleichtern, empfahl Alexander Bauer (Verkehrsclub Deutschland). Tilo Hegenberg vermisste Informationen zu den Fahrpreisen. Es sei auch nicht zu erkennen, ob Radfahrer samt Zweirad mit dem Bus zum Strand kämen. „Für Neunutzer muss die Hürde erheblich gesenkt werden“, sagte Hegenberg (Bündnis 90/Die Grünen). Tom-Henry Machoy (DFWE) bemängelte die Fahrpläne. Die oberen hingen zu hoch und seien von Rollstuhlfahrern nicht zu lesen. Auf einen Rollstuhl angewiesene oder stark sehbehinderte Menschen nahmen an der Besichtigung nicht teil. Machoy berichtete von einem windigen, regnerischen Tag, an dem es auch unter dem Zob-Dach nass geworden sei. Schröter: Mehr Glastrennwände könnten wartende Fahrgäste vor dem Regen schützen. Am Dach sei aber nichts zu machen. Das könne höchstens verlängert werden, wenn die Stadtpolitik das eines Tages wolle und dafür Geld bereitstellen würde. Der Zob ist nur zu etwa einem Drittel überdacht.

Die Frage Bauers nach elektronischen Abfahrtsanzeigen beantwortete Henning Schröter: Die elektronische Anzeige sei bisher nicht installiert worden, weil die Fahrzeuge des Busunternehmens die Daten dafür noch nicht liefern könnten.

Der Blick der Gruppe fiel auf den Zugang zur Innenstadt. Für Neuankömmlinge fehle ein deutlicher Wegweiser in die Peterstraße, bemerkte jemand. Und die Ampelanlage nutzten vielleicht 20 von 50 Fußgängern. Alexander Bauer hatte herausgefunden, dass in Zonen „Tempo 30“ eine Fußgängerampel gar nicht vorgesehen sei. Da werde zum Beispiel mit Pflasterung gearbeitet. Jemand schlug einen Zebrastreifen vor. Die Fußgängerampel war im Zuge des Zobbaus, versetzt worden. Zu der Zeit galt vor dem Bahnhof noch Tempo 50.

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