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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 08:42 Uhr

Wolfgang Schneider wiedergewählt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jahrestagung des Kreisverbandes Plön im Sozioalverband Deutschland in Dersau: Der Beratungsbedarf wächst stetig

„Auf uns warten noch viele sozialpolitische Baustellen.“ Das stellte Astrid Kosiolek vom Landesverband des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) in ihrem Grußwort zur Eröffnung der Kreistagung des SoVD im Kreis Plön fest. Und auch Wolfgang Schneider als alter und neuer Kreisvorsitzender pflichtete dem in seiner Bilanz nur bei. Denn zu tun hatte der Verband im Kreis reichlich. „An der Zahl ratsuchender Menschen, die sowohl die Geschäftsstelle in Preetz als unsere Außenstellen in Heikendorf, Laboe, Schönberg, Lütjenburg, Plön und Wankendorf aufgesucht haben, lässt sich deutlich ablesen, dass der Bedarf an Hilfe und Orientierung wiederum sehr hoch ist“, sagte Schneider.

Mit fast 7400 Mitgliedern ist der Kreisverband einer der größten in Deutschland. In mehr als 2200 Fällen hat der Verband die Rechte seiner Mitglieder im letzten Jahr vor Gerichten und Behörden in Antrags- und Widerspruchsverfahren vertreten. „Diese Zahlen machen uns Sorgen.“ Dabei wurden Nachzahlungen in Höhe von 1,87 Millionen Euro seit 2010 für die Betroffenen erstritten und monatliche Rentenzahlungen in Höhe von über 567 000 Euro. „Den höchsten Beratungs-Bedarf haben wir in der Gesundheitsreform und der Rentenreform gehabt. Viele Menschen kommen mit den neuen Gesetzen für eine Sozialleistung einfach nicht zurecht.“

Die meisten Klagen gab es im vergangenen Jahr zu Problemen mit dem Schwerbehindertengesetz und der Rentenversicherung. Gleichzeit ist man aber auch nicht mehr bereit, ablehnende Bescheide einfach hinzunehmen – und lässt sich beraten beim SoVD. Möglich ist nun auch eine Beratung von Mitgliedern zu Hause, wenn ihnen ein Besuch in der Geschäftsstelle nicht möglich ist.

Gerade das Thema menschenwürdige Pflege wird in den nächsten Jahren zunehmen. Deshalb fordert der SoVD auf Bundesebene auch die Einführung einer Pflegebürgerversicherung. Ein weiteres Thema, das den Kreisverband zunehmend beschäftigt, ist die mit der Rente verbundene Altersarmut. „Renten sind keine Almosen, sie sind erarbeitet worden und doch steht durch den Kaufkraftverlust am Ende die Altersarmut“, sagte Astrid Kosiolek vom Landesverband.

Besonders betroffen seien dabei diejenigen mit kleineren Einkommen zum Beispiel bei hohen Zuzahlungen bei Medikamenten oder Reha-Maßnahmen. „Dann reicht das zur Verfügung stehende Einkommen kaum mehr aus, den notwendigen Lebensunterhalt zu bestreiten“, so Wolfgang Schneider. Neu hinzugekommen seien nun auch die steigenden Energiekosten. Betroffen davon seien vor allem die, die am Rande der Grundsicherung lebten.

Turnusmäßig musste auf dem Kreisverbandstag des SoVD-Plön auch der Vorstand neu gewählt werden. Einstimmig wurde der Preetzer Bürgermeister Wolfgang Schneider von den 112 Mitgliedern des Verbandes in seinem Amt als erster Vorsitzender bestätigt. Zu Stellvertretern wurden Gudrun Karp aus Ascheberg und Günther Theden aus Kalübbe gewählt. Kurt Haese aus Preetz löst Wolfgang Kahles im Amt des Schatzmeisters ab. Kahles kandidierte nicht erneut, da er aus dem Kreis Plön wegzieht. Neu eingestellt als Geschäftsführerin des Kreisverbandes ist Kerstin Dahmer aus Preetz. Sie wird ihren Job in der Geschäftsstelle in Preetz am Mittwoch (21. Mai) antreten.



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erstellt am 16.Mai.2014 | 18:10 Uhr

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