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Wolf Koch: „Ich würde es jederzeit wieder tun“

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Helfen, wo Hilfe gebraucht wird“ – so lautet das Motto von Wolf Koch (45), dass er auch gegenüber Kritikern und Zweiflern lebt. „Wie kannst du das bloß machen?“, fragten ihn Freunde kurz vor seinem Ebola-Einsatz in Afrika. Koch war der erste THW-Helfer aus Schleswig-Holstein, der gemeinsam mit sechs anderen deutschen vor Ort internationale Organisationen bei logistischen und technischen Fragen unterstützte. Auch in seinem Alltag in Ostholstein ist Wolf Koch Logistik-Experte, arbeitet bei Dräger in Lübeck, und hat sich als solcher nach zahlreichen Weiterbildungen in die Auslandsdatenbank des THW einschreiben lassen. Sein Beweggrund: „Wir können nicht immer nur sagen, ‚Deutschland muss mehr machen‘, sondern wir müssen auch handeln.“

Koch engagiert sich nicht nur beim THW, sondern auch bei der Neudorfer Feuerwehr. „Der Eintritt war praktisch über drei Kreuze auf dem Bierdeckel, als eines Abends meine Frau mit dem Wehrführer tanzte und sagte, unterschreib’ hier mal“, erinnert sich Wolf und muss dabei schmunzeln. Das war kurz nach der Hochzeit und dem Eintritt beim Technischen Hilfswerk – alles um 2008. Seitdem liegen zwei Pieper daheim, die abwechselnd für kurzzeitiges Chaos im sechsköpfigen Haushalt sorgen. „Ohne meine Frau, ihr Verständnis und ihre Unterstützung würde das gar nicht gehen“, sagt Wolf Koch dankbar. Auch das seine Eltern nebenan im Haus wohnen und im Notfall schnell die Kinder ( drei bis 17 Jahre) versorgen können, entspanne die Situation. Hin und wieder komme es sogar vor, dass er als Feuerwehrmann zu einem Einsatz fährt und vor Ort in die Rolle des THW-Helfers wechselt – „es ist unheimlich praktisch, beides zu sein“. Auch der Arbeitgeber spiele eine große Rolle für Einsatzkräfte wie ihn. „Meine Kollegen müssen dann die Arbeit für mich mit erledigen, aber es ist wirklich toll, dass das akzeptiert wird, das ist längst nicht bei allen so“, sagt Koch.

Selbst die Kleinsten der Familie leben das Engagement nach. „Zwei sind in der Kinderfeuerwehr Malente, weil es in Eutin keine gibt, und sie finden es dort super“, sagt Koch.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, besucht Koch regelmäßig Aus- und Weiterbildungen des THW. Derzeit reizt ihn die Sondereinsatz-Einheit Wasser Ausland (Seewa), die in Krisengebieten für eine schnelle Trinkwasserversorgung zuständig ist. Ob Erdbeben, Überschwemmung oder die Versorgung im nahen Flüchtlingscamp – die Einsatzkräfte werden nur 24 Stunden vor Beginn informiert. Seine Frau sagt dazu: „Er wäre ohne all das nicht glücklich.“ Koch selbst fügt hinzu: „Es ist unsere humanitäre Pflicht zu helfen, wenn wir die Möglichkeit haben. Und Einsätze wie Ebola würde ich jederzeit wieder tun.“

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erstellt am 19.Okt.2015 | 17:59 Uhr

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