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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 17:10 Uhr

Eutin : Wohnen und Leben ohne Barrieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aktionsplan Inklusion: Konferenz der Kreisverwaltung thematisierte den Bedarf an Wohnmöglichkeiten für Menschen mit Handicaps

Der Begriff „Barrierefrei wohnen“ ist längst im allgemeinen Sprachgebrauch angekommen. Bei der Ausbildung von Architekten ist das Bauen ohne Hindernisse indes eine Randerscheinung: Nur etwa zehn Prozent aller Architekturstudenten belegten überhaupt einen entsprechenden Wahlkurs, der über 90 Stunden gehe.

Informationen dieser Art erfuhren knapp 80 Teilnehmer einer Konferenz in der Kreisverwaltung im Zug des Aktionsplans Inklusion. Als dritte von fünf Konferenzen standen geeigneter Wohnraum sowie Betreuungsangebote für Menschen mit Handicaps im Mittelpunkt.

Bevor sich die rund 60 Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen gliederten, gab es drei sogenannten Impulsreferate: Fabian Weist, Geschäftsführer der WoBau Ostholstein, sprach über barrierefreies Wohnen in Ostholstein, steltle Objekte der Wobau vor und nannte Hindernisse, auf die Bauherren noch stießen. Bernd Steltner von einem Sanitär.-Hersteller berichtete von optisch ansprechenden Lösungen der Barrierefreiheit im privaten Wohnraum vor, und Reinhard E. Sohns von Den Ostholsteinern (Werkstätten und Wohnheime) beleuchtete Defizite, die sich noch beim ambulant betreuten Wohnen für Menschen mit kognitiver und psychischer Beeinträchtigung in Ostholstein auftun.

Zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppen gehörte nicht nur die Erkenntnis, dass es in der Ausbildung der Architekten noch Nachholbedarf gibt. Das Angebot barrierefreier Wohnungen habe sich in Ostholstein deutlich verbessert, aber die Bezahlbarkeit sei nicht immer gegeben, sagte Regine Jepp als Resümee einer Arbeitsgruppe. „Bei der Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude gibt es noch reichlich Nachholbedarf, das fängt hier in diesem Gebäude in der Kreisverwaltung an.“

Beim Bau barrierefreien Wohnraums wurde der Bedarf einer veränderten Förderkulisse festgestellt, fasste Kreisbaudirektor Bernd Straßburger das Ergebnis der Beratungen zusammen. Mit Blick auf ein aktuelles Bauprojekt, bei dem eine Gemeinde einen öffentlichen Neubau nicht behindertengerecht gestaltet hat, stellte Straßbruger klar, dass es für die Einhaltung solcher Auflagen leider keine behrödliche Kontrolle mehr gebe. Da sei der Architekt in der Pflicht.

Bei den Beratungen zu den ambulanten Angeboten kam die Arbeitsgruppe, wie Reinhard E. Sohns berichtete, zu der Erkentnnis, dass es gute stationäre Einrichtungen gebe, aber ein ungedeckter Bedarf an ambulanter Versorgung von behinderten Menchen, die nicht in einem Hiem leben wollten.

Als wichtiges Ergebnis der Konferenz war für Dr. Stefan Doose die Erkenntnis, dass es eine Informationsbörse über freigewordenen barrierefreien Wohnraum geben müsste: „Es fehlt eine Informationsbörse,“ sagt der in der Kreisverwaltung für den Aktionsplan Inklusion zuständige Mitarbeiter. Am 3. Dezember 2014 hatte im Kreis Ostholstein die Arbeit an einem Konzept zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention begonnen.

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erstellt am 07.Sep.2015 | 11:51 Uhr

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