Eutin : Wohnen muss bezahlbar bleiben

Auf eine gute Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein stießen Landrat Reinhard Sager (links) und Geschäftsführer Fabian Weist im Schlosshof an.
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Auf eine gute Zukunft der Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein stießen Landrat Reinhard Sager (links) und Geschäftsführer Fabian Weist im Schlosshof an.

Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein betont als Unternehmensziel seine soziale Verpflichtung / Jubiläumsfeier im Eutiner Schloss

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08. Juni 2013, 09:42 Uhr

Eutin | Nicht der Profit, sondern die soziale Verträglichkeit der Mieten und moderne Wohnqualität bestimmen die Geschäftspolitik der Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein (WoBau OH). Das hoben der Aufsichtsratsvorsitzende, Landrat Reinhard Sager, und Geschäftsführer Fabian Weist am Donnerstag bei einer Festveranstaltung im Eutiner Schloss hervor.

Dort feierte das kommunale Unternehmen mit zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft sowie der Bau-und Wohnungswirtschaft das 75-jährige Bestehen. Besonders begrüßt wurden einige Mieter, die mehr als 40 Jahre in WoBau-Anlagen zu Hause sind. Sie äußerten sich zufrieden, dass die Wohnungen nicht nur gut in Schuss gehalten, sondern auch in angemessenen Abständen im Standard verbessert würden.

Die WoBau wurde 1938 in Eutin gegründet, als Gemeinschaftswerk des Landkreises Eutin, dessen Landesbank, der Stadt sowie mehrerer Handwerksfirmen. Damals herrschte hier Wohnungsmangel; auf knapp fünf Hek tar Bauland in Neudorf sollten rund 70 Wohnungen "in bestmöglicher Ausführung" mit durchschnittlich 50 Quadratmeter Raum entstehen.

Die Original-Meldung unserer Zeitung dazu zierte ein "Extrablatt", mit dem der stilecht als Zeitungsjunge gekleidete Ole Meyer die Gäste im Schloss-Innenhof empfing. Eine Lübecker Event-Agentur gestalte dort in Kostümierung und Requisiten eine amüsante Zeitreise in die Gründungsjahre; auf deren düstere Begleitumstände in Nazi-Deutschland wurde von Geschäftsführer Weist in seiner Festrede ausdrücklich hingewiesen.

Er unterstrich zugleich den dauerhaften Anspruch des Unternehmens, "Wohnraum zu annehmbaren Bedingungen für viele Bürger zu schaffen und die städtebauliche Entwicklung voranzutreiben". Und: "Wir wollen die Alten und Schwachen unserer Gesellschaft nicht an den Rand drücken." Im vergangenen Jahrzehnt habe die WoBau rund 30 Millionen Euro in die energetische Sanierung ihrer rund 1800 Wohnungen im Kreisgebiet investiert.

Die Reihe der Neubauvorhaben, in denen mehrere Generationen zusammen wohnen können, wird jetzt in Eutin am Otto-Haesler-Weg fortgesetzt. Bis Mitte 2014 sollen dort mitten in der Stadt 44 Wohnungen bezugsfertig werden, kündigte Weist an. Landrat Sager sagte, dass die 28 kommunalen Anteilseigner trotz eigener finanzieller Bedrängnis nie daran gedacht hätten, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen und ihr "Tafelsilber" zu privatisieren. Die Verpflichtung des Staates, das Wohnen bezahlbar zu halten sei "aktueller denn je". Als kerngesundes Unternehmen sei die WoBau für die Zukunft gut gerüstet.

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