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Gemeinde Malente : Wohnen im alten Kornspeicher

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Nücheler Unternehmer Frank Klass saniert das Getreidesilo seines Dorfes. Im unteren Bereich entsteht eine Wohnung

Es hatte seinen Sinn schon vor Jahren verloren, doch das monumentale Bauwerk ließ sich nicht so einfach abreißen. Jahrelang wurde darüber nachgedacht, wie sich das Getreidesilo von Nüchel nutzen ließe. Die Malenter Burkhard Thiel, Jens Mardersteig, Dieter Rose und weitere Künstler wollten das damals noch bestehende Gebäudeensemble für künstlerische Zwecke nutzen, doch die Idee scheiterte. „Unsere Bemühungen, Fördermittel zu erhalten, wurden in Kiel rundweg abgelehnt“, erinnert sich Thiel.

Vor einigen Jahren erwarb Frank Klass das Gebäude-Ensemble mit damals noch zwei Silotürmen von der Raiffeisen-Genossenschaft. Den kleineren Turm und die übrigen Gebäude ließ der Nücheler Bauunternehmer abreißen und errichtete dort Wohngebäude. Jetzt hat er auch eine Verwendung für den noch stehenden Turm mit einer Grundfläche von knapp acht mal acht Metern und 38 Metern Höhe: In dem derzeit komplett eingerüsteten Bauwerk entsteht derzeit eine Wohnung.

Allerdings werden die künftigen Bewohner nicht über den Dächern von Nüchel thronen. Die Wohnung über zwei Etagen entsteht im Erdgeschoss. „Darüber befinden sich die ehemaligen röhrenförmigen Kornspeicher“, erklärt Frank Klass. Nur die kreuzförmigen Stabilisierungswände ziehen sich durch das komplette Gebäude. „Die Öffnungen für Fenster und Türen werden mit der Diamantsäge rausgeschnitten“, erklärt Klass. Damit ist kein besonderer Aufwand verbunden, denn die Mauern sind dünner als man angesichts der Dimensionen des Bauwerks vielleicht vermuten könnte: lediglich 15 Zentimeter.

Mit dem Umbau wird der Turm sein Gesicht verändern. Sogenannten Polygonal-Steine sollen auf 100 Quadratmetern im unteren als auch auf 70 Quadratmetern im oberen Bereich den Eindruck von eingemauerten Feldsteinen erwecken. Der Rest erhält einen beige-farbenen Anstrich. Erneuert wird derzeit auch die sechs Meter hohe Dachkonstruktion, die nicht mehr dicht hielt. Asbesthaltige Eternit-Platten hat Klass bereits entsorgt. „Da kommt jetzt ein Blechdach drauf.“ Auch künftig wird eine Wendeltreppe in die Turmspitze führen, allerdings nicht für die Bewohner, sondern vor allem zur Wartung der auf dem Turm montierten Mobilfunk- und Internet-Antennen.

Der Nücheler Henning
Südel hat den Siloturm viele Jahre lang selbst als Landwirt genutzt. In den 60er und 70er Jahren seien die beiden Türme gebaut worden, erinnert er sich. Damals sei das der neueste Stand der Technik gewesen. Futtermischungen konnten abgefüllt werden, ohne dass jemand noch Säcke schleppen musste.“ Doch dann sei die gesamte Anlage aufgrund ihrer baulichen Voraussetzungen schneller überholt gewesen als gedacht, auch weil die Kapazität der Silotürme sich nicht erweitern ließ. Heute würden entsprechende Anlagen in Lensahn und Lütjenburg genutzt.

Im Nücheler Getreidesilo wird unterdessen eine neue Seite der Geschichte aufgeschlagen. Im nächsten Jahr soll die Wohnung im Kornspeicher fertig sein, kündigte Klass an. Im Sommer oder Herbst 2016 soll es soweit sein.

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erstellt am 03.Okt.2015 | 04:00 Uhr

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