Eutin : „Wohndesign“ schließt heute

Wiebke Kiß liebt ihre Arbeit, als alten Möbeln neue Schmuckstücke zu machen. Gerade arbeitet sie einen Dachbodenfund auf.
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Wiebke Kiß liebt ihre Arbeit, als alten Möbeln neue Schmuckstücke zu machen. Gerade arbeitet sie einen Dachbodenfund auf.

Geschäftsfrau Wiebke Kiß zieht vom Voßplatz auf den Hof Behlau – zu wenige Kunden zwingen zum Umdenken.

shz.de von
06. Januar 2018, 04:00 Uhr

Die Geschäftsfrau Wiebke Kiß öffnet ihr Eutiner „Wohndesign“ heute zum letzten Mal am Voßplatz 2. In der nächsten Woche beginnt dann das große Packen. „Ich ziehe die Notbremse. Die Eutiner kaufen nicht in Eutin, die fahren in größere Städte“, sagt Kiß. Von der geringen Anzahl an Kunden könne sie keine laufenden Kosten bestreiten, sagt die gelernte Schauwerbegestalterin.

Vor zweieinhalb Jahren eröffnete sie ihr Geschäft in der Lübecker Straße: „Die Räume waren super geeignet, vorne Verkauf, hinten Platz für die Werkstatt. Die Miete war bezahlbar und der Vermieter super nett.“ Aber Kiß merkte schnell, dass das nicht der richtige Ort für Laufkundschaft war und zog deshalb an den Voßplatz 2, direkt neben dem „Cox“. „Ich habe gedacht, ich wage den Sprung und wechsel, aber auch hier gab es Zeiten, da war drei, vier Tage kein Kunde im Laden“, sagt Kiß. Es kamen wenige Eutiner, meist zugezogene oder Touristen aber vom Verkauf von Geschenkartikeln allein lasse sich nicht leben. Sie suchte nach einer Alternative und fand das Café von Behlau auf dem Hof Behlau in Kleinmeinsdorf.

„Ab Februar kann ich dort meine Arbeiten im Café ausstellen und habe außerdem ein Atelier, in dem ich die Workshops weiter anbieten kann“, sagt Kiß. Die beiden Workshops im Januar, am 13. den Basic-Workshop, sowie am 14. und 20. Januar den Workshop mit einem Möbelstück, finden noch in den Räumen von „Wohndesign“ am Voßplatz statt.

Das Arbeitsfeld von Wiebke Kiß bleibe weiter bestehen, „ich mache aus alt neu, arbeite Möbelstücke oder Stühle auf und werde weiterhin Kreidefarben verkaufen“.

Sie kehre Eutin nur beruflich den Rücken, privat bleibe sie der „schönen Stadt“ verbunden. „Ich gehe gern hier einkaufen und war auch gern Geschäftsfrau in dieser Stadt, aber es müsste mehr gemeinsam gemacht werden, um die Stärken zu nutzen und nicht jeder nur sein eigenes Süppchen kochen“, sagt die 55-Jährige. Sie ist Mitglied bei „Händler mit Herz“ und die Idee dieser Gemeinschaft sei super, „aber es gibt nur einen engagierten Kern und der Rest ist Mitläufer. Das funktioniert nicht“. Vielmehr müssten sich die einzelnen offen zeigen und auch zwei bis drei passende Artikel von anderen Geschäftsleuten im Sortiment haben, um auf die Vielfalt und somit aufeinander aufmerksam zu machen, sagt Kiß.

Sie geht zum Monatsende und einen Nachmieter gibt es laut Eigentümerin schon: „Ab Februar wollen Vater und Sohn aus Hohwacht einen Hifi-Laden mit hochwertigen Geräten einrichten.“


Mehr Infos unter www.wiebkekiss.de

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