Eutin : Wochenmarkt soll ein Zugpferd bleiben

Blumen zur Wochenmarktfeier hielten (von rechts)  Sven Büssow, Dieter  Holst, Antje-Susann Marquardt, Rosemarie Fiedler und Sylvia Funke  bereit.   Fotos: Buhmann
Blumen zur Wochenmarktfeier hielten (von rechts) Sven Büssow, Dieter Holst, Antje-Susann Marquardt, Rosemarie Fiedler und Sylvia Funke bereit. Fotos: Buhmann

Stadt und Marktbeschicker stellen die Tradition und besondere Flair des Eutiner Marktes heraus.

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23. Juni 2014, 05:00 Uhr

Beim Käsehändler prangte eine lange Feder am üppigen Schlapphut, die Blumenverkäuferinnen hatten blühenden Kopfschmuck angelegt, Bürgermeister und Bürgervorsteher waren eifrig als Rosenkavaliere unterwegs: Der Eutiner Wochenmarkt bot am Sonnabend nicht nur die gewohnten Waren, sondern auch viele Extra-Präsentationen der Händler zum 145-jährigen Bestehen des Marktes.

So fantasievoll dabei manche von den Eutiner Festspielen geliehene Tracht anmutete, so ungefähr auch nur stimmt die Jahreszahl. „Wir haben nachgeforscht, ob wir nicht gleich den 150. Geburtstag feiern könnten. Aber da wollte unser Stadtarchivar nicht mitmachen, allenfalls 145 Jahre ließen sich belegen“, gestand Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz. Dafür spreche die Einführung des preußischen Marktrechtes 1869 in Holstein.

Wichtiger als historische Exaktheit ist ohnehin die dauerhaft belebende Wirkung des Wochenmarktes für Eutin als Einkaufsstadt und Touristenziel. Unter dem Aspekt hat Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt auch eine Werbebroschüre für den Wochenmarkt konzipiert, die in der Region verteilt werden soll. Und Bürgervorsteher Dieter Holst verdeutlichte in einem Pressegespräch, dass die Stadt sich auch des gesellschaftlichen Wertes dieses Treffpunktes zwischen Rathaus und Kirche wohl bewusst sei. Was ungesagt bedeutet: Die Händler müssen trotz aller Finanzsorgen so schnell keine kräftigen Anhebungen der Nutzungsgebühren befürchten.

Dass der mittwochs und sonnabends stattfindende Markt ein starkes Zugpferd für Eutin ist, betonten Sven Büssow und Jan Maaß als Sprecher der Marktbeschicker. Büssow: „Der Markt hier hat ein besonderes Flair, er ist ein kleines Event für die Kunden. Deshalb ist die Verweildauer auf dem Eutiner Markt auch länger als anderswo.“ Was Dieter Holst bestätigte: „Es funktioniert nicht, schnell vom Wochenmarkt wieder nach Hause zu gehen. Man gerät ins Schnacken.“

Büssow hob hervor, dass der Wochenmarktbesuch in vielen Familien als Ritual gepflegt werde. Geschätzt werde die Qualität und Frische der oft aus der Region stammenden Produkte. Dafür seien viele Kunden auch bereit, etwas mehr auszugeben. Und sie fänden auf dem Wochenmarkt, was es als Fachgeschäft in Eutin nicht mehr gebe. Daher könnten sich die Händler auch bei schlechtem Wetter über stabile Nachfrage freuen, zumal viele Zweitwohnungsbesitzer den Markteinkauf schätzten.

Zu denen gehört Sabine Hartmann aus Hamburg. Die Präsentation der Händler am Sonnabend gefiel ihr gut: „Das macht echt einen guten Eindruck, so sollten sich die Händler im Sommer immer präsentieren.“

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