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Gemeinde Bosau : Wirklich das Ende einer Tradition?

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Letztes Gemeindefeuerwehrfest in Quisdorf wurde zum Besuchermagnet. Die acht Ortswehren wollen über Fortsetzung nachdenken.

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2017 | 16:35 Uhr

Anfang der 1950er-Jahre feierte Bosau sein erstes Gemeindefeuerwehrfest, am vergangenen Wochenende sein letztes. Hunderte von Zuschauern und ebenso viele Aktive, Ehrenmitglieder und Mitglieder der Jugendwehr kamen auf dem Hof Drückhammer in Quisdorf zusammen. Alle wollten bei diesem von der Feuerwehr Quisdorf-Majenfelde ausgerichteten Ereignis unter Leitung von Ortswehrführer Benjamin Blöcker dabei sein.

Nach einem Marsch durch den Ort, angeführt von der Brassband der Feuerwehren Bad Schwartau und Fahnenabordnungen, traten alle Ortswehren und die Jugendwehr bei einem Schnelligkeitswettbewerb um Pokale gegeneinander an. Sieger wurde die Wehr Thürk Gruppe I mit 41,6 Sekunden, auf den Plätzen folgten Liensfeld-Kiekbusch (45,4), Hutzfeld-Brackrade Gruppe II (46), Quisdorf-Majenfelde (53,5) und die Jugendwehr (55).

Die Gemeindewehr zählt aktuell 208 Aktive, 58 Ehrenmitglieder und 29 in der Jugendwehr. Die acht Ortswehren hatten jahrzehntelang abwechselnd das Gemeindefeuerwehrfest organisiert. Der finanzielle und organisatorische Aufwand für die Festwochenenden mit Theateraufführung, Festball, Ummarsch, Kommers, Wettkämpfen und Siegerehrung über drei Tage sei sehr hoch, begründete Gemeindewehrführer Andreas Riemke, warum sich sieben der acht Ortswehren gegen eine Weiterführung ausgesprochen haben. Nach der Sommerpause werde man sich zusammensetzen und schauen, wie es weitergehen könnte. Eventuell wäre ein eintägiges Fest vorstellbar. „Wer will, kann sich melden. Wir wollen das Ganze ein bisschen entschlacken und sind noch in der Findungsphase.“

Bürgermeister Mario Schmidt dankte allen Wehrangehörigen für die Bereitschaft, in vorderster Front zu helfen, und erinnerte an das vergangene Jahr, als man sich „ernsthafte Sorgen um den Fortbestand der Wehr Majenfelde-Quisdorf gemacht“ habe: „Ich möchte hier und heute nochmal den neuen Kameraden dafür danken, dass sie den Ernst der Lage erkannt haben und der Wehr zur Hilfe gekommen sind und durch ihre Mitgliedschaft dafür gesorgt haben, dass es weitergeht“. Die Wehren stünden auch immer für ein solidarisches Miteinander, für Zusammenhalt, Kameradschaft und eine verlässliche Gemeinschaft. Eine erfolgreiche Jugendarbeit sei wichtiger Schwerpunkt, um die Einsatzbereitschaft zu sichern: „Die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr sind die Wehrführer von morgen“, so Schmidt.

Gemeinsam mit Andreas Riemke und Ehrengemeindewehrführer Karl-Heinz Mielke ehrte Schmidt anschließend Löschmeister Klaus-Dieter Rave (59, Braak-Klenzau), Heinrich Hilger (60), Ulrich Horstmann (62) und Rolf Westphal (66, alle drei Liensfeld-Kiekbusch) sowie Harry Harder (57, Thürk) mit dem Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold am Bande. Rave, Hilger, Horstmann und Harder sind seit 40 Jahren aktiv dabei, Westphal seit 50 Jahren. Bei der Siegerehrung beförderte Andreas Riemke die Ortswehrführer André Riemke (Wehr Thürk) zum Brandmeister und Andre Uchneytz (Hassendorf) zum Hauptlöschmeister drei Sterne sowie die stellvertretenden Ortswehrführer Anika Haß-Albrecht (Thürk), Torsten Westphal (Hassendorf) und Florian Hilger (Liensfeld-Kiekbusch) jeweils zum Hauptlöschmeister zwei Sterne.

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