Wird Krug zur Genossenschaft?

Seit über zwei Jahren schon steht der „Grebiner Krug“ ohne Erfolg zum Verkauf.  Fotos: Orly Röhlk
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Seit über zwei Jahren schon steht der „Grebiner Krug“ ohne Erfolg zum Verkauf. Fotos: Orly Röhlk

Verkauf seit bisher zweieinhalb Jahren ohne Erfolg. Jetzt soll eine Versammlung über die Zukunft des „Grebiner Kruges“ diskutieren

shz.de von
16. April 2019, 00:34 Uhr

Grebin | Schon lange wollen die Wirtsleute Hannelore und Wolfgang Steen ihren „Grebiner Krug“ gern in andere Hände geben. Doch es gibt kein Interesse am Kauf des Dorfkrugs. Jetzt zeichnet sich nach 37 Jahren „Grebiner Krug“ eine Lösung am Horizont ab: Der „Grebiner Krug“ könnte durch eine Genossenschaft erhalten werden. Eine erste Informationsveranstaltung dazu findet am Donnerstag, dem 25. April, ab 19.30 Uhr im „Grebiner Krug“ statt.

Damit könnte die 1781 begonnene Geschichte des Hauses als Schmiede und Gastwirtschaft fortgeführt werden. „Dem Ende ein Schnippchen schlagen“, betiteln Hannelore und Wolfgang Steen ein Flugblatt, das in Grebin verteilt wird. Sie möchten nämlich, dass sich die Grebiner auch weiterhin in einem Dorfkrug treffen können und der „Grebiner Krug“ für die Gemeinde Grebin erhalten bleibt.

„Nach einem Gespräch mit dem Genossenschaftsverband in Rendsburg glauben wir, dass gemeinsam mit den Bürgern eine genossenschaftliche Lösung tragbar wäre“, hoffen Hannelore und Wolfgang Steen. Verschiedene Arten von Genossenschaften würden meist dort gegründet, wo kommunale und private Lösungen an ihre Grenzen stoßen. Es gebe im Land bereits Beispiele, wie Gaststätten erfolgreich in einer Genossenschaft betrieben werden können.

Damit könnte die Gaststätte als kultureller und sozialer Veranstaltungsort im Dorf erhalten bleiben, heißt es weiter. Das Prinzip ist ganz einfach: Menschen aus der Gemeinde aber auch über die Gemeindegrenzen hinaus, die sowohl als Eigentümer als auch Geschäftspartner Interesse an der Existenz des Dorfkruges in Grebin haben, gründen gemeinsam eine Genossenschaft, in der die Gastwirtschaft weiter existieren kann. Genossenschaften haben das Wohl der Gemeinschaft im Blick.

Mehrere Menschen bekunden ihr Interesse, mit eigenen finanziellen Mitteln zwischen vielleicht 1000 und 10.000 Euro die Genossenschaft zu gründen. Beim Genossenschaftsverband müssen die „Genossen“, die den Krug dann später vielleicht selbst übernehmen oder einen Gastwirt einstellen, zuvor unter anderem einen Geschäftsplan und eine Gewinn- und Verlustrechnung vorlegen. Chef von Vorstand und Aufsichtsrat ist der Vorstandsvorsitzende.

Die Selbstverwaltung einer Genossenschaft erfolgt auf der Basis demokratischer Entscheidungen. Die Mitglieder haften mit ihren Einzahlungen. Eine Genossenschaft ist auf die Förderung der Mitglieder ausgerichtet und nicht primär auf die Ausschüttung einer Dividende.

Die 62-jährige Hannelore und der 69-jährige Wolfgang Steen haben einen großen Wunsch: Sie möchten einen ruhigen Lebensabend verbringen. Immer stärkere gesetzliche Vorschriften machen den Wirtsleuten zu schaffen.

Sie messen dem Treffen am Donnerstag, dem 25. April, ab 19.30 Uhr im „Grebiner Krug“ große Bedeutung bei. Bürgermeister Gerhard Manzke wird zu der Versammlung sprechen und der Gemeindevertreter Joachim Burgemeister vom Genossenschaftsverband Perspektiven des „Grebiner Kruges“ als Genossenschaft aufzeigen.

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