"Cine Royal" in Eutin : "Wir sind besser als das Heimkino"

Neue Betreiber sind Fredy und Gisela Müller. Das Ehepaar aus Eckernförde  renovierte das komplette Foyer. Fotos:  Norden
1 von 2
Neue Betreiber sind Fredy und Gisela Müller. Das Ehepaar aus Eckernförde renovierte das komplette Foyer. Fotos: Norden

Das "Cine Royal" hat gestern eröffnet. Fünf Monate nach dem Ende des "Cinema-Centers" und des "Binchens" hat Eutin wieder ein Kino.

Avatar_shz von
25. Mai 2012, 10:38 Uhr

Eutin | Es riecht nach Popcorn in der Königsstraßenpassage: Gestern eröffnete nach fünfmonatiger Pause wieder ein Kino in der Rosenstadt. Das "Cinema-Center" heißt jetzt "Cine Royal".

Nicht nur der Name hat sich geändert. Die vier Jungs, die um 16 Uhr zur ersten Vorstellung von "Men in Black 3" kamen, fühlten sich wahrhaft "geblitzdingst". Die Erinnerung an das alte Kino war wie weggeblasen - einzig der Kinosaal sehe noch wie früher aus. Aber auch hier soll es bald neue Sessel geben. Das Foyer wurde komplett renoviert: Die Wände strahlen in hellblau, ein neues Kassenhäuschen und ein neuer Verkaufstresen wurden eingebaut.
"Wir wissen nicht, welche Kino-Gewohnheiten die Ostholsteiner haben"

Die neuen Betreiber heißen Fredy und Gisela Müller. Das Ehepaar ist schon lange in der Film-Branche aktiv. "Mein Mann hat schon als Kind im Kino geholfen", erzählt Gisela Müller. Später wurde der gelernte Elektriker nebenberuflich Filmvorführer. Vor einigen Jahren hing er seinen Job bei der Telekom an den Nagel und übernahm die Kinoleitung selbst. Zuletzt führten die beiden zehn Jahre lang ein Kino in Eckernförde, das sich zu einem festen Treffpunkt der jungen Leute entwickelt habe. Ende März mussten sie aufgeben, weil das Gebäude nach einem Eigentümerwechsel abgerissen wurde.

In Eutin kennen sich die Müllers bisher kaum aus. "Wir wissen nicht, welche Kino-Gewohnheiten die Ostholsteiner haben", gibt Gisela Müller zu. Um ihre zukünftigen Kunden besser kennen zu lernen und sich die weiten Wege zu sparen, will das Ehepaar bald von Eckernförde nach Eutin ziehen.
Jede Menge neue Technik im Vorführraum

Regional verwurzelt ist dafür der Filmvorführer Jan Wolter. Der 32-jährige Eutiner ist nach eigenen Angaben schon ein lokales Kino-Urgestein, kann er doch 20 Jahre Kinoerfahrung aufweisen. "Ich habe schon mit dem vorigen Betreiber Tommy Geisler im Binchen und im Cinema-Center zusammen gearbeitet", erklärt Wolter.

Mit seinen neuen Chefs hat jede Menge neue Technik Einzug in den Vorführraum gehalten: Per Computer steuert Wolter Licht, Ton, Bild und den Vorhang. Die wichtigste Erneuerung ist die 3-D-Technik", schwärmt Gisela Müller. Damit will das Ehepaar die Menschen ins Kino locken. 3-D sei nur auf einer großen Leinwand richtig beeindruckend. "Wir sind besser als das Heimkino", ist Gisela Müller überzeugt. Ein weiterer Pluspunkt sei die Kino-Amosphäre. "Mein Lieblingsfilm ist Dirty Dancing", erzählt Gisela Müller. "Jedes Mal, wenn der im Fernsehn läuft, sitze ich vor dem Bildschirm - und jedes Mal wieder bin ich enttäuscht." Der Grund: Ihr fehlt die Masse an Zuschauern, die gemeinsam lacht oder weint. An Atmosphäre mangelt es dem "Cine Royal" selbst dann nicht, wenn der Saal leer ist. Anders als in den großen Filmhäusern, setzen die Müllers auf Komfort. Die Tische mit kleinen Lampen sind erhalten geblieben. Und wer eine Tüte Popcorn bestellen möchte, kann das einfach per Klingel erledigen.

Im Binchen, das als kommunales Kino vom Kulturbund wiedereröffnet werden soll, sehen die Müllers übrigens keine Konkurrenz. Die Programme werden sich unterscheiden, so dass jeder seine eigene Zielgruppe findet, so Müller.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen