„Wir sagen ‚Ja‘, aber mit Bauchschmerzen“

Fraktionen beklagen Vertrauensverlust, wollen besser in Planung involviert werden

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15. Januar 2015, 11:17 Uhr

Die Mehrheit des Bauausschusses stimmte gestern Abend nach einer hitzigen Diskussion für die zusätzlichen Kosten an der Stadtbucht. Ein Imageschaden für Eutin, wegen der Verschiebung der Landesgartenschau, ist somit abgewendet. Der Zeitplan könne laut Bauamtsleiter Bernd Rubelt eingehalten werden.

Gerne hoben die Mitglieder für die Zustimmung jedoch nicht die Hand, das machten sie deutlich. Alle sprachen von einem großen Vertrauensverlust, der zwischen den Ausschussmitgliedern und der Verwaltung durch die späte Benachrichtigung von der teureren Planung entstanden sei. „Ich frage mich, wie wir künftig überhaupt zusammenarbeiten können, wenn ich immer das Gefühl habe, nicht alles rechtzeitig zu erfahren, was ich für eine vernünftige Entscheidung wissen müsste“, sagte Klaus Kibbel (SPD). Er habe sich sogar die Frage nach seinem Rücktritt gestellt. Die Forderung nach personellen Konsequenzen kam auch in der Einwohnerfragestunde auf, wurde vom Bürgermeister aber mit „keine rechtliche Grundlage“ abgewiegelt. Matthias Rachfahl (CDU) brachte die Emotionen des Abends auf den Punkt: „Wir stecken in einem Dilemma, aus dem wir nicht mehr rauskommen. Egal, welche Entscheidung wir heute treffen, wir sind damit nicht zufrieden.“ Damals habe man sich im Ausschuss für das Planungsbüro A24 entschieden, weil sie als Profis angepriesen wurden, sagt Rachfahl. Doch von Profis habe er etwas anderes erwartet. Ausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne) wollte mit ihrer Enthaltung ein Zeichen setzen: „Ich möchte nach wie vor die Landesgartenschau nicht zu Fall bringen. Aber wir müssen viel in der Zusammenarbeit ändern.“

Eike Diller (Grüne) und Thomas Koebke (FWE) stimmten dagegen. Sie hätten gern dem spontanen Alternativantrag mit dem Schwimmsteg von Heinz Lange (FWE, wir berichteten) eine Chance gegeben.

Die CDU forderte abschließend die Einberufung eines Ältestenrats, in dem Planer, Projektgestalter und die LGS-Geschäftsführung an einem Tisch sitzen. Rachfahl: „Wir müssen einen Weg finden, um wieder normal miteinander arbeiten zu können.“C. Emde

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