Plön : „Wir müssen draußen bleiben“

„Perfekt wäre es, wenn es am neuen Auslaufplatz für Hunde am Trammer See einen Wasserzugang gäbe“: Neuplönerin Margret Schucht mit Formosan Mountain Dog Emma (12), die gern ihre Pfoten kühlt.  Fotos: Orly Röhlk
1 von 2
„Perfekt wäre es, wenn es am neuen Auslaufplatz für Hunde am Trammer See einen Wasserzugang gäbe“: Neuplönerin Margret Schucht mit Formosan Mountain Dog Emma (12), die gern ihre Pfoten kühlt. Fotos: Orly Röhlk

Ausgewiesene Badestellen der schleswig-holsteinischen Binnenseen sind für Hunde tabu, an andern Stellen dürfen sie ins Wasser.

shz.de von
07. August 2018, 12:21 Uhr

Hunde haben landesweit an ausgewiesenen Badestellen der Binnenseen keinen Zutritt. Wer mit seinem Vierbeiner am Strand liegen möchte, weicht an die Ostsee aus. Was meinen Hundebesitzer? Der OHA fragte nach.

„Eine offizielle Hundebadestelle wäre schön“, sagt Dagmar Margenfeld. In Ermangelung dessen geht die Plönerin mit Collie-Mischling Hilla (11 Monate) und Sheltie-Sheep-Dog Calvin (10 Jahre) gern am Strandweg spazieren. Dort gibt es sandige Stellen, wo die junge Hündin die Erfrischung wittert und sofort ins Wasser flitzt, um ein Holz zu apportieren. Calvin bleibt lieber auf dem Trockenen. Steinige Abschnitte seien nicht günstig für Hunde, weiß die Plönerin, die ausgewiesene Badestellen ohnehin aus Rücksicht auf Kinder meidet.

„Es wäre nett, wenn es Strände für Hunde gäbe“, findet auch Erika Ahomaa aus Nordrhein-Westfalen, die gerade Twix (9), einen Australian Shepherd ausführt und ihn einen Apfel aus dem Großen Plöner See holen lässt. Das Verbot kann Ahomaa nachvollziehen.

„Emma geht gern die Pfoten kühlen, Schwimmen hat sie nie gelernt“ erzählt die Neu-Plönerin Margret Schucht. Mit dem zwölfjährigen Formosan Mountain Dog geht sie fünf Mal am Tag Gassi. Schucht versteht die Menschen, die vielleicht Angst haben vor Hunden und davor, dass diese ihren Kot absetzen oder an den Strand urinieren könnten. Auch sie fände aber eine Hundebadestelle schön. „Es gibt doch auch Pferdebadestellen wie im Lanker See beim Gut Wahlstorf“, meint die Frau, die aus dem Frankfurter Raum zugezogen ist und feststellt: „Wir sind hier sehr verwöhnt mit Wasser und haben Gott sei Dank die Möglichkeit, immer Stellen zu finden, wo Hunde ins Wasser können.“

An die Ostsee fährt sie mit Emma im Sommer nicht. Dort sei zu wenig Schatten, und man müsse auch am Hundestrand die Tiere anleinen: „Das gefällt mir nicht“. Perfekt wäre es aus ihrer Sicht, wenn es am neu geplanten Auslaufplatz für Hunde am Trammer See einen Wasserzugang gäbe.

Doch danach sieht es nicht aus. Nächste Woche werde das Areal eingezäunt, erklärt Rathausmitarbeiter Bruno Brillert. „Es gibt keinen Seezugang, auf der einen Seite ist ein Schilfgürtel, auf der anderen Seite die Furt zwischen Trammer See und Trentsee. Am Wanderweg sind Hunde an der Leine zu führen“, lautet die Auskunft. „An ausgewiesenen Badestellen, die gesundheitlich untersucht werden, ist die Mitnahme von Hunden verboten“, verweist Brillerts Kollegin Birte Taube aus dem Ordnungsamt auf das Hundegesetz Schleswig-Holstein. Abseits der ausgewiesenen Badestellen werde es aber toleriert, wenn sich die Vierbeiner im kühlen Nass erfrischen.

An ausgewiesenen Badestellen nennt Taube für Plön die Fegetasche, die Prinzeninsel im Großen Plöner See, den Schöhsee (Steinbergweg), das Schiffsthal, Trammer See, die Kleingärten am Appelwarder im Kleinen Plöner See und in Stadtheide am Suhrer See.

„Das ist eine Zielgruppe, die wir in diesem Moment nicht bedienen“, räumt Ulrike Leptien angesichts von Urlaubern ein, die man an die Hundestrände an der Ostsee verweist. Doch es gebe Richtlinien, an die man sich zu halten habe.

Das sei eine schwierige Situation: „Die Nachfrage nach Hundestränden haben wir generell, aber die Strände an den Binnenseen sind ja nicht so groß, dass man hier welche ausweisen könnte“, vermutet die stellvertretende Leiterin der Tourist-Info Großer Plöner See.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen