„Wir haben die Freude in den Knochen“

Freuen sich auf die 64. Spielzeit: (v.li.) Dominique Caron, Carsten Bowien, Urs-Michael Theus und Tina Ziegler.
Freuen sich auf die 64. Spielzeit: (v.li.) Dominique Caron, Carsten Bowien, Urs-Michael Theus und Tina Ziegler.

Eutiner Festspiele: Proben gehen in die heiße Phase / Neue Kooperationen: Internationale Musiker, Spielstätte am Hamburger Rand

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11. Juni 2014, 11:50 Uhr

Die Bühne steht schon, doch noch wird fleißig hinter den aufgebauten Kulissen gewerkelt. Gerade sind die Proben für die 64. Spielzeit der Eutiner Festspiele angelaufen. Und das 200 Mann starke Team ist mehr als nur gespannt auf die neue Saison – die Künstler und die Crew brennen darauf, Eutin wieder zum Mekka von Opern- und Musikliebhabern zu machen.

Und brennen kann im wahrsten Sinne des Wortes verstanden werden: Auf dem Spielplan auf der Naturbühne steht neben Giuseppe Verdis Oper „Der Troubadour“ das Musical „Anatevka“. „Feuer beherrscht dieses Stück, sowohl das in den Menschen als auch das auf der Bühne“, sagte Intendantin Dominique Caron gestern einen Monat vor Beginn der Aufführungen. Das Publikum dürfe gespannt sein auf Flammen und andere Effekte.

„Anatevka“ sei ein langgehegter Wunsch des Publikums gewesen, so Caron. Obwohl „Anatevka“ zu den weltweit meist gespielten Musical-Klassikern zählt, wurde das Werk auf der Eutiner Seebühne in nur zwei Spielzeiten (1989–90) aufgeführt. „Der Troubadour“ wiederum ist zum sechsten Mal – nach 1960, 1966, 1992-93 und 2006 – im Schlossgarten zu erleben.

Die Resonanz auf die neue Spielzeit sei bisher sehr gut, sagt Geschäftsführerin Tina Ziegler. 15 000 Karten seien bis gestern bereits verkauft worden – 26 000 benötige man für eine ausgeglichene Spielzeit, so Ziegler, die sich glücklich zeigte, dass insbesondere viele Menschen aus der Region wieder intensiven Gefallen an den Aufführungen gefunden haben. Aber auch Gäste aus Übersee und aus Skandinavien locken die Festspiele inzwischen an. Deshalb wurden erstmals auch Programm-Flyer zusätzlich in englischer und dänischer Sprache gedruckt.

Damit die Festspiele noch mehr Fans finden, gibt es erstmals eine Veranstaltung in Hohenlockstedt. „Werbung vor den Toren Hamburgs“, so Ziegler, sei dieser Auftritt des „Kansas Jazz Ensemble“ zusammen mit der Sängerin Deborah Brown am 11. Juli – und eine Kooperation mit dem Unternehmen Pohl-Boskamp.

Im Eutiner Orchestergraben wird es laut Aussage von Urs-Michael Theus in dieser Spielzeit eng: Bis zu 55 Musiker nehmen dort Platz. Zehn von ihnen kommen aus den USA, der Rest komme aus der Region – aber auch Gäste aus Riga und St. Petersburg seien dabei, so der Generalmusikdirektor. Und erstmals werde der Festspielchor von Mitgliedern des Korea Open Theatre aus Daegu in Südkorea verstärkt. Ziel sei es, „großartige Künstler zu fordern und zu fördern“, so Theus.

Das Publikum kann wiederum in direkten Kontakt mit den Akteuren kommen: Nach dem Start der Festspiele am
4. Juli finden zwei Autogrammstunden statt – am 27. Juli und am 6. August.

Neben einem Programm für Kinder wird es zwei Gastspiele geben: Schauspieler und Musiker Axel Prahl ist am 24. August zu Gast auf der Seebühne, Starpianist Joja Wendt folgt am 30. August.

Selbstverständlich fehlen die beliebten Gala-Abende – inklusive Feuerwerksfinale – zum Abschluss nicht. Mit dabei sind außerdem ein „Best of“ der großen Arien und schönsten Melodien aus Oper und Operette.

Was die Eutiner Festspiele ausmacht, sei aber die Kombination aus der Spielfreude, der Musik und dem Naturerlebnis, sagt Dominique Caron. „Wir haben die Freude in den Knochen“, sagt Caron und betont: „Das werden Sie auch bei ,Anatevka’ und ,Der Troubadour’ erleben!“

Karten sind erhältlich montags bis freitags von 9 bis 14 Uhr unter Telefon 04521/8001-0 oder per E-Mail an
info@eutiner-festspiele.de.


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