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„Wir empfinden das als Lob für unser Dienen“

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neben Eutin ist seit gestern Bad Schwartau zweite Patenstadt für das Aufklärungsbataillon 6 / Besonderheit in der Bundeswehr

Es ist einzigartig in der Bundeswehr: Seit gestern ist das Eutiner Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ der erste Verband, der zwei Patenstädte hat. An die Seite von Eutin tritt nun Bad Schwartau.

„Wir empfinden das als Lob für unser Dienen“, sagte Oberstleutnant Alexander Radü gestern kurz vor der feierlichen Unterzeichnung der Urkunden in der Schwartauer Krummlandhalle. Der Kommandeur der Eutiner Aufklärer begrüßte das „rege Interesse der Region am Bataillon“.

„Von allen Parteien wurde betont, wie wichtig die Bundeswehr und ihre gesellschaftliche Verankerung gerade in der heutigen Zeit ist“, sagte Bad Schwartaus Bürgermeister Gerd Schuberth und spielte damit auch auf die Bewältigung der Flüchtlingskrise an, bei der – wie gestern bekannt wurde – die Bundeswehr zukünftig unterstützend tätig werden soll.

Die Patenschaft zu einer Einheit der Bundeswehr ist für Bad Schwartau kein Neuland. Seit 1970 hat der Kurort Verbindungen zum Militär. Seitdem jedoch der letzte Pate – die 5. Kompanie der Eutiner Aufklärer – 2012 außer Dienst gestellt wurde, hatten sich die Schwartauer und die Soldaten des Aufklärungsbataillons dafür eingesetzt, diese langjährige Verbindung fortführen zu dürfen.

Es gab jedoch zwei Hürden: Im Normalfall darf ein Bataillon nur eine Stadtpatenschaft haben. Vor dem Hintergrund der Rahmenbedingungen in Schleswig-Holstein – das Aufklärungsbataillon in Eutin ist der letzte verbliebene Heeresverband in Schleswig-Holstein – genehmigte der Inspekteur des Heeres jedoch diesen Antrag der Soldaten aus Eutin. Und die Stadt Eutin hatte ebenfalls keine Einwände, dass die Patenschaft erweitert wurde. Bürgermeister Schuberth bedankte sich explizit bei seinem Eutiner Amtskollegen Klaus-Dieter Schulz dafür, „dass es keine Vorbehalte gegenüber den neuen Paten gab“.

Der Weg für die Doppel-Patenschaft war frei. Auch die Schwartauer Stadtvertreter waren einstimmig für die erneute Verbindung zu den Eutiner Aufklärern (wir berichteten).

Die Patenschaft sei nicht nur ein Lippenbekenntnis, so Radü. Insbesondere die Verbindung in die Heimat sei für die Soldaten, die im Einsatz stehen, wichtig. Und dieser Umstand ist aktueller denn je: Denn noch vor Weihnachten starten Eutiner Soldaten wieder in den Auslandseinsatz. Etwa 40 Mann gehen ins Kosovo, ein Dutzend wird in Afghanistan Dienst tun. Verabschiedet werden sie bereits öffentlich Ende des Monats: Am 27. November findet der Bataillons-Appell statt – diesmal nicht in der Rettberg-Kaserne, sondern auf dem Schwartauer Marktplatz. Und das wird damit auch das erste öffentliche Zeichen der neuen Partnerschaft zwischen dem Bataillon und Bad Schwartau sein.

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erstellt am 04.Nov.2015 | 11:33 Uhr

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