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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 10:03 Uhr

Windmüller bedenken Gemeinden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Überraschende Geldquelle für Schönwalde und Altenkrempe: Der Windparkbetreiber Prokon gibt einen Teil seines Erlöses ab.

Um die 40  000 Euro fließen in den kommenden 25 Jahren aus den Erträgen des Windparks Schönwalde/Altenkrempe für gemeinnützige Zwecke in die beiden Gemeinden: Gut 30  000 Euro wird nach Altenkrempe kommen, etwa 8000 Euro nach Schönwalde.

Bei dem Geld handelt es sich um 1,5 Prozent der Einspeisevergütung für fünf Windkrafträder. Nach Schätzung der Betreiberin, der Firma Prokon, werde das über einen Zeitraum von 25 Jahren insgesamt eine Million Euro bringen. Die jährliche Auszahlung an die Gemeinden regelt ein Sponsoring-Vertrag, dem beide Gemeindevertretungen vor der Sommerpause zustimmten.

„Das war eine einstimmige Entscheidung.“, berichtet Altenkrempes Bürgermeister Hans-Peter Zink. Er sei wie auch die übrigen Gemeindevertreter von dem Angebot „positiv überrascht“ gewesen. Während der langen Bauleitplanung für den Windpark habe Prokon davon nie etwas gesagt.

Prokon-Projektleiterin Meike Wellmanns sagte: „Windkraft ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Frage der Akzeptanz ist uns wichtig.“ Als Genossenschaft sei der Prokon nicht an schnellen Einzelaktionen, sondern sehr langfristigen Partnerschaften gelegen. Mit dem Sponsoring solle dafür gesorgt werden, dass möglichst alle vor Ort ansässigen Bürger von einem Windpark profitierten und nicht nur die Flächen-Eigentümer.

„Das Angebot der Prokon erleichtert die Arbeit in der Gemeinde,“ stellte Zink fest, seine Gemeinde habe nun jährlich gut 30  000 Euro für Sport und Jugendarbeit zusätzlich. Spontan nannte Zink drei Projekte, in die das Geld fließen könnten: Die Jugendfeuerwehr brauche einen neuen Kleinbus, der Schießsportverein Kassau müsse seine Schießstände barrierefrei umbauen und die Kyffhäuser müssten vermutlich das Vereinsheim wegen der Hinterlandanbindung für den Fehmarnbelt-Tunnel verlegen. Mit Geld aus dem Vertrag, das nicht jeder Jahr restlos ausgegeben werden müsse, dürften aber keine hoheitlichen Aufgaben der Gemeinden finanziert werden. Ihnen falle die Aufgabe zu, der Prokon mögliche Partner vorzuschlagen, mit denen nach einer Prüfung ein direkter Sponsoringvertrag geschlossen wird. In ihm sind die Gegenleistungen in Form eines Werbebanners oder ähnliches geregelt.

Eines der fünf Windräder steht auf Schönwalder Gemeindegebiet, deshalb bekommt die Gemeinde von den geschätzten 40  000 Euro Sponsorengeld jährlich ein Fünftel. Bürgermeister Hans-Alfred Plötner zeigte sich glücklich über unverhoffte 8000 Euro pro Jahr: Auch wenn der Beschluss der Gemeindevertretung am Bungsberg nicht einstimmig gefallen sei, sollten inzwischen alle den Vorteil erkannt haben. Die Sorgen um den Zustand des Sportplatzes und dessen Betriebskosten könnten mit dem Geld aus der Welt geschafft werden. Aber auch im Dorfmuseum und an anderen Stellen könne man immer finanzielle Unterstützung brauchen.

Im Windpark werden fünf Anlagen vom Typ Senvion 3.4M114 NES mit einer Höhe von 150 Metern und einem Rotordurchmesser von 114 Metern errichtet. Der gesamte Park kommt auf eine Leistung von 17 Megawatt. Prokon beziffert die Investitionskosten im Mittelwert auf eine Million je Megawatt. Der Plan sieht die Fertigstellung für Ende August vor. Im September sollen alle Windräder ans Netz gehen.

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erstellt am 10.Aug.2017 | 11:32 Uhr

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