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Windenergienutzung in Bosau wurde „angepasst“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 06.Dez.2016 | 17:15 Uhr

Jetzt steht es schwarz auf weiß: Zwischen Hutzfeld und Majenfelde soll ein „Vorranggebiet für Windneregienutzung“ entstehen. Gestern wurden die Pläne über den sogenannten Abwägungsbereich für die Windenerienutzung in Kiel vorgestellt.

„In der Gemeinde sind mehrere große Potenzialgebiete identifiziert worden, die sich halbkreisförmig um die Ortschaft Lensfeld herumziehen“, heißt es gestern in der Abwägungsentscheidung über eine angepasste Fläche. Alle Flächen liegen innerhalb des Naturparks Holsteinische Schweiz. Offensichtlich spielt der Naturpark Holsteinische Schweiz bei der Entscheidung keine Rolle. „Die bisher sehr weitgehende Freihaltung von Naturparken wird angesichts der energiepolitischen Zielsetzungen der Landesregierung zukünftig im Einzelfall anders gewertet“, heißt es. Wolle man den gesetzlichen Anforderungen des Artenschutzes Rechnung tragen und die Abstände zur Wohnbebauung auf dem bisherigen Niveau halten, müssten einige Abwägungskriterien wie die Freihaltung von Naturparken differenzierter gesehen werden, um noch einen Umfang von etwa zwei Prozent der Landesfläche – korrespondierend zu den energiepolitischen Zielsetzungen – ausweisen zu können. Für Bosau werde es als vertretbar angesehen, im Bereich Bosau zwei Flächen innerhalb des Naturparkes auszuweisen, zumal diese Flächen nicht gleichzeitig noch charakteristischer Landschaftsraum sind. Nur der Teil des Vorranggebietes Windenergienmutzung nördlich der Landesstraße L 176 werde außerhalb des potenziellen Beeinträchtigungsbereiches des Seeadlers ausgewiesen, um eine insgesamt zu starke Raumbelastung zu vermeiden.

Als Kritikpunkte vom Kreis Ostholstein wurde angemerkt, dass die Potenzialfläche innerhalb eines Radiusses von 15 Kilometer zum Drehfunkfeuer und im Kernbereich des Naturpark liegt. Befürchtete wird eine Riegelbildung mit weiteren Poten-zialflächen für östlich des Sees brütende Seeadler, für den Vogelzug Richtung Lübecker Bucht zum Rastplatz Großer Plöner See, für aufsteigende Greifvögel oder die Lage im Zentrum des Naturparks angegeben. Die Beteiligung der Menschen startet in Kürze. Bürger und Träger öffentlicher Belange können dann Stellung nehmen.

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