Windenergie geht beim Jobaufbau die Puste aus

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04. Januar 2015, 18:53 Uhr

Die Erneuerbaren Energien bringen Schleswig-Holsteins Wirtschaft weniger in Fahrt als angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Regionalforschung der Kieler Universität.

Demnach bringt selbst die geplante Verdreifachung der Strommenge durch Wind nur eine Wertschöpfung von 835 Millionen Euro im zieljahr 2020. Das entspreche einem Prozent des schleswig-holsteinischen Bruttoinlandsprodukts, erklärt Studienautor Johannes Bröcker. Die Zahl der mit dem Ausbau verbundenen Arbeitsplätze beziffert der Wirtschaftswissenschaftler in der Investitionsphase auf 7700. Das sind 0,6 Prozent aller Jobs. Dauerhaft bleiben Bröcker zufolge nach 2020 nur 3600 Arbeitsplätze – gespeist aus Betrieb und Unterhalt der Anlagen. Alles in allem gleiche demnach der Effekt lediglich dem eines großen Industrie-Ansiedlungsprojektes.

Grund dafür sei die geringe Fertigungstiefe im Norden bei Windmühlen. Das Land sei zwar gut darin, Rotoren aufzustellen, nicht aber darin, sie zu produzieren. Von den 4,7 Millionen Euro, die eine 3,2-Megawatt-Anlage kostet, werden nur 28 Prozent im Land ausgegeben. Das Geld fließt vor allem in die Planung, das Fundament, die Erschließung des Standorts und die Montage.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer verwies darauf, dass Windenergie landesweit 15  800 Erwerbstätige zähle. Geichwohl will er sich 2015 „sehr intensiv mit Handlungsansätzen beschäftigen, wie wir mehr Wertschöpfung aus den Erneuerbaren Energien nach Schleswig-Holstein holen können“. Dazu zählt eine Fachkräfte-Initiative und gezielte Forschung, zudem müsse die große Menge kostengünstiger Öko-Energie im Norden besser als Standortfaktor angepriesen werden.

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