Wilhelm Diestel ✝

Bei der Nistkastenpflege war Wilhelm Diestel in seinem Element.
Bei der Nistkastenpflege war Wilhelm Diestel in seinem Element.

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03. Januar 2015, 13:36 Uhr

Der Naturschutz in Ostholstein ist um einen seiner engagiertesten Mitstreiter ärmer: Wilhelm Diestel aus Kasseedorf ist, wie erst jetzt bekannt wurde, eine Woche vor Weihnachten im Alter von 73 Jahren gestorben. Die Trauerfeier für ihn findet morgen um 12.30 Uhr in der Friedenskirche in Neudorf statt.

Der ehemalige Verwaltungsangestellte im Landesdienst hatte 1970 in Privatinitiative begonnen, in seiner direkten Umgebung für Vögel, Fledermäuse, Hummeln und Hornissen passende Nist-, Aufzucht- und Überwinterungsquartiere zu schaffen. „Immer nur reden nützt nichts, am besten selbst was tun für den Naturschutz“, beschrieb er die Initialzündung für sein ehrenamtliches Wirken.

In den Wäldern zwischen Kasseedorf und Eutin betreute er jahrzehntelang fast 500 Nisthilfen, die er alle regelmäßig kontrollierte und säuberte. Er entwickelte eine völlig neue Höhle für Klein-Fledermäuse und verbesserte vorhandene Nistkasten-Modelle. Der Diestel-Zapfen, ein Ansiedlungskasten für Hornissen, trägt seinen Namen. Zudem nahm Wilhelm Diestel die Waldameisen unter seine Obhut, wurde in jedem Frühjahr beim Amphibienzaunbau für Frösche, Kröten und Molche aktiv.

Sämtliche Daten, die er bei seinen Aktionen in Sachen Artenschutz erfasste, gab er in die Datenbank des Landesamtes für Natur und Umwelt ein. Zudem vermittelte er seine Kenntnisse bei öffentlichen Führungen. Als Mitglied der Ortsgruppe Eutin des Naturschutzbundes Deutschland war der Individualist auch mit dem organisierten Tierschutz vernetzt.

Schon 1990 wurde Diestels Wirken gewürdigt, er erhielt als erster den Umweltpreis des Kreises Ostholstein. 2003 kam das das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland hinzu. Der damalige Landesumweltminister Klaus Müller nannte ihn bei der Ehrung „einen der aktivsten und profiliertesten Artenschützer des Kreises.“

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