Eutin : Wiesenhof soll ab 2017 für altersgerechtes Wohnen stehen

Der Wiesenhof wurde vor drei Monaten vom Unternehmen gekauft.
Der Wiesenhof wurde vor drei Monaten vom Unternehmen gekauft.

Noch leben Flüchtlinge im einstigen Hotel in Fissau: Der Abriss ist für 2016 geplant. 40 Seniorenwohnngen sind geplant.

shz.de von
08. Juli 2015, 04:00 Uhr

Der einstige Wiesenhof unweit des Kellersees soll abgerissen werden, um Platz für rund 40 Seniorenwohnungen zu machen. Das zumindest ist der Plan der Elmshorner Wohnungsbaugesellschaft Semmelhaack.

Das Vorhaben will Hartmut Thede, Leiter der Projektentwicklung, morgen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorstellen. Wird der Aufstellungsbeschluss für das 5000 Quadratmeter große Grundstück an der Leonard-Boldt-Straße positiv beschieden, können die Planer an die Details gehen. Bisher steht nur das grobe Gerüst: „Die Gebäude werden abgerissen, zwei bis drei Häuser mit insgesamt 40 altersgerechten und barrierefreien Wohnungen sollen entstehen“, sagte Thede. Die Größen variieren zwischen 50 und 75 Quadratmeter.

Neu ist das Unternehmen in Eutin nicht. Im Gegenteil: „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, so Thede. Die 260 Wohnungen am Kleinen See seien „in einem atemberaubenden Tempo“ vermietet worden, es gebe sogar eine Warteliste. Und die kann, so ist der Plan, mit den neuen Wohnungen „abgearbeitet“ werden. Thede: „Es gibt viele Menschen, die nach Eutin wollen und wir haben lange nach einer vergleichbaren Lage wie am Kleinen See gesucht.“ Auf das Grundstück habe ihn schließlich der Bürgermeister aufmerksam gemacht.

Ziel sei es, den Menschen dort ein Höchstmaß an Selbstbestimmung zu ermöglichen, aber so wenig wie möglich Verpflichtungen zu haben. Thede: „Ab einem bestimmten Alter wollen die meisten einfach nur noch mieten und anrufen können, wenn der Wasserhahn tropft und nicht wie beim Eigentum selbst dafür verantworltich sein.“ Diesen Service biete das Elmshorner Unternehmen, das auch bei diesem Projekt wieder mit dem Aka-Pflegeservice zusammenarbeiten. „So ist auch ein Shuttleservice gewährleistet“, sagt Thede mit Blick auf die Anbindung.

Bis das notwendige B-Plan-Verfahren durch ist – Thede rechnet damit im Frühjahr 2016 – nutzt die Stadt in Abstimmung mit Alteigentümer und Käufer die Räume für die Unterbringung von derzeit 17 Flüchtlingen, Platz wäre für maximal 20. Läuft alles, wie geplant, könnten die ersten Senioren im Frühjahr 2017 einziehen – für knapp elf Euro pro Quadratmeter.

Das Vorhaben war auch auf der Dorfschaftsversammlung Thema. Die scheidende Vorsteherin Brigitte Tiesch ist verhalten: „Es kann und soll auch gern gebaut werden, aber das ist ein ganz sensibles Gebiet mit der Schwentine und viel Natur. Es wäre furchtbar, wenn hier Wohnblocks hinkommen.“ Die Mehrheit der Fissauer habe sich schon immer gegen massive Bauweise ausgesprochen. Tiesch: „Wenn etwas gebaut wird, dann muss es sich ins Ortsbild einfügen.“ Ihre Sorge: Sollte kein neuer Vorstand zusammen kommen, gäbe es keine Stimme, die neuen, möglicherweise anderen Plänen als von Fissauern gewünscht, Einhalt gebiete.

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