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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 20:08 Uhr

Wiederwahl mit „Denkanstoß“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Malenter Gemeindewehrführer Bernd Penter startet mit nur 75 Prozent der Stimmen in in seine zweite Amtszeit

Ein rundum zufriedenes Fazit zog Gemeindewehrführer Bernd Penter am Freitagabend im Kursaal in der Mitgliederversammlung der acht Feuerwehren der Gemeinde Malente. Für das Ergebnis, mit dem Penter als einziger Kandidat für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt wurde, gilt das allerdings nicht: Von 146 abgegebenen Stimmen bekam er 108, das entspricht 74 Prozent.

Penter (56), von Beruf Polizeibeamter, reagierte auf das Ergebnis mit dem Hinweis, dass ihm so viele Nein-Stimmen als Anregung dienten, darüber nachzudenken, was er besser machen könne. Und er forderte Kritiker dazu auf, offen mit ihm zu sprechen und nicht hinter seinem Rücken Stimmung zu machen, wie er es auch schon erlebt habe.

In seinem Bericht meldete Penter eine positive Mitgliederentwicklung, von 189 Aktiven zu Beginn seiner Amtszeit 2011 habe sich der Bestand bei über 200 eingependelt. Aktuell gebe es 230 Aktive. 40 Kinder würden in der Kinderabteilung betreut, etliche kämen aus Nachbarorten, und er wäre froh, wenn auch in Eutin einer Kinderwehr gegründet würde. Außerdem seien fast 40 Jugendliche in den beiden Jugendwehren.

98 Einsätze habe es 2016 gegeben, im Jahr davor 122. Rückgänge seien vor allem bei Bränden (25 statt 31), Verkehrsunfällen (zwei statt sieben) und Unwettereinsätzen (acht statt 27) erfolgt. Die Zahl der Fehlalarmierungen durch Brandmeldeanlagen sei mit 27 fast gleich hoch geblieben. Fast 500 Ausbildungstage hätten Feuerwehrleute aus der Gemeinde im vergangenen Jahr absolviert, 80 Prozent hätten eine Unterweisung im Digitalfunk erhalten.

Gute Nachrichten gebe aus Malkwitz: Die Zahl der Aktiven habe sich von zwölf auf 19 erhöht, die von ihm vorübergehend und kommissarisch geführte Wehr sei wieder auf einem guten Weg. Penter warnte vor Überlegungen, in der Änderung von Strukturen und damit der Schließung von Feuerwehr-Standorten eine Sparmöglichkeit zu sehen. Mit Geld allein könne man kein Feuer löschen und keine Menschen retten. Er betonte, dass er bei seinem Handeln die ganze Gemeindewehr im Blick habe, „auch wenn mir eine besondere Nähe zu der einen oder anderen Wehr nachgesagt wird.“ Und er appellierte an alle Feuerwehrleute, in ihrem Engagement für das Gemeinwohl nicht nachzulassen. „Ich hoffe, dass Ihr immer genug Motivation in Euch tragt und die Glücksmomente in Eurem Leben erhalten könnt, wenn Ihr jemandem helfen konntet.“

Neben der Wahl des Gemeindewehrführers erfolgte eine Neubesetzung des Amtes der Protokollführung. Katja Weichert hatte das Amt abgegeben, weil sie in der Malenter Wehr als stellvertretende Wehrführerin mehr Verantwortung übernommen hat. Neue Schriftführerin wurde Heike Hiller, bislang Kassenwartin der Gemeindewehr. Die Kasse war zum Jahresende 2016 aufgelöst und ihr Inhalt an die Wehren verteilt worden, deshalb dieses Amt überflüssig geworden. Auf die Wahl eines 2. Stellvertretenden Gemeindewehrführers für den zurückgetretenen Niko Doll wurde Freitag mangels Kandidat verzichtet.

Andreas Riemke, Vertreter des Kreisverbandes der Feuerwehren, bescheinigte den Malentern einen guten Ausbildungstand und hohe Einsatzbereitschaft: „Auf Euch kann man sich immer verlassen.“ Bürgermeisterin Tanja Rönck sang ein zehn Minuten langes Loblied auf die Frauen und Männer, die rund um die Uhr zum Einsatz für andere Menschen bereit seien, sie alle hätten den Titel „Stille Helden des Alltags“ verdient. Mit Blick auf die Ausrüstung der Wehren sicherte Rönck die Bereitschaft zu, das finanziell Machbare auch zu tun. Im Übrigen sei der Kauf von drei neuen Fahrzeugen und der Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Kreuzfeld in die Wege geleitet.

Neun Beförderungen rundeten die Versammlung ab. Oberlöschmeister wurde Sören Hansen (Feuerwehr Neukirchen), Löschmeister René Pierre Ellenberg (Malkwitz-Söhren), Hauptfeuerwehrfrau Janine Evers, Hauptfeuerwehrmann Christian Schröder (beide drei Sterne, beide aus Kreuzfeld), Oberfeuerwehrfrau wurde Annika Walter (Neukirchen). Und Oberfeuerwehrmänner wurden Martin Bohne (Kreuzfeld), Sven Koch (Sieversdorf) sowie Sven Fritzke und Birger Westphal (beide Neukirchen).

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erstellt am 01.Apr.2017 | 17:24 Uhr

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