Wiedersehen der großen „Emden“-Familie

Knapp 60 Mitglieder der „Emden-Familie“ trafen sich in diesem Jahr in Kiel und wurden im Rathaus von Kulturdezernent Wolfgang Röttgers (vorne rechts) empfangen.
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Knapp 60 Mitglieder der „Emden-Familie“ trafen sich in diesem Jahr in Kiel und wurden im Rathaus von Kulturdezernent Wolfgang Röttgers (vorne rechts) empfangen.

60 Nachfahren von Besatzungsmitgliedern des Kriegsschiffs trafen sich erstmals seit 1964 wieder in Kiel

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07. Juni 2015, 19:10 Uhr

Die „Emden“ war eines der bekanntesten Schiffe des Ersten Weltkrieges. Als einziges vor Ort gebliebenes Schiff des Ostasiengeschwaders hatte der kleine Kreuzer den Auftrag, Handelsschiffe mit für Großbritannien bestimmter Ladung aufzubringen und zu versenken. Am 9. November 1914 wurde die „SMS Emden“ vor den Cocos Islands, nordwestlich von Australien, von der „HMS Sidney“ gestellt und letztendlich zerstört. 136 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, Verwundete wurden nach Colombo ins Lazarett gebracht und weitere Seeleute kamen nach Malta in Gefangenschaft. 50 Mitglieder eines Landungs-Korps waren nicht an Bord und schlugen sich unter dem Kommando von Hellmuth von Mücke auf abenteuerliche Weise – mit Schiffen und Booten, auf Kamelen durch die Wüste und streckenweise mit der Eisenbahn – in die Heimat durch. Vom preußischen Innenminister bekamen sie das im deutschen Namensrecht einmalige Angebot, auf Antrag den vererbbaren Zusatz „Emden“ im Nachnamen zu führen.

Zunächst die Besatzungsmitglieder, anschließend deren Nachfahren, treffen sich seit 1924 einmal jährlich, außer in den Jahren 1939 bis 1945. Von Donnerstag bis gestern waren knapp 60 Mitglieder der „Emden-Familie“ erstmals seit 1964 wieder in Kiel zu Gast, von denen etwa die Hälfte den Namenszusatz führt, wie Henning Bess, Oberhaupt der „Emden“-Familie, sagte. Untergebracht in Laboe, stand natürlich die Besichtigung des Ehrenmals auf dem Programm, ebenso wie eine Fördefahrt, ein Besuch der Gorch Fock, eine Stadtrundfahrt und ein Empfang im Rathaus. Stadtrat Wolfgang Röttgers zeigte sich beeindruckt vom Zusammenhalt der Gemeinschaft. Und der wird anhalten. Denn nicht nur ältere Semester, auch erstaunlich viele jüngere und auch Jugendliche nahmen am Programm in Kiel teil.

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