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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 22:08 Uhr

Hunde-Sport : Wiederkehr als Weltmeister

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Hans-Joachim Tamm und sein Schäferhund „Ice“ errangen bei der Hunde-WM in den USA den Titel mit der Mannschaft.

von
erstellt am 25.Okt.2013 | 17:27 Uhr

Im Dorf hatte sich die Kunde in Windeseile herumgesprochen: Benz hat jetzt einen Weltmeister in seinen Reihen. In diesen Tagen kehrte Hans-Joachim Tamm aus den USA in die Malenter Dorfschaft zurück – und wurde zusammen mit seinem Schäferhund „Ice“ von einem Empfangskomittee würdig begrüßt. „Benz gratulierte dem Weltmeister“ stand in großen Lettern auf einem Schild. Der zeigte sich beeindruckt: „Der Empfang war schon witzig, einfach überragend.“

Tamm und „Ice“ hatten an der Weltmeisterschaft der „Weltunion der Schäferhundvereine“ (WUSV) teilgenommen (wir berichteten), die in Philadelphia, Pennsylvania, nahe der amerikanischen Ostküste stattfand. Mit Erfolg: Der 62-Jährige holte bei seiner ersten WM-Teilnahme den Titel mit der deutschen Mannschaft. „Ein Traum“, schwärmt Tamm. Er und sein schwarzer Rüde harmonierten dabei so gut, dass sie erheblichen Anteil an diesem Erfolg hatten. Denn für das Mannschaftsergebnis wurden die besten drei von sechs Teilnehmern gewertet. Und das Gespann aus Benz schaffte mit 272 Punkten in den drei Wettkampfdisziplinen „Führigkeit“, „Schutzdienst“ und „Fährtensuche“ das drittbeste Ergebnis der Mannschaft.

Einzelweltmeister wurde übrigens Helmut Huber mit „Hank vom Weinbergblick“, der damit seinen Titel verteidigte. Insgesamt kam Deutschland auf 845 Punkte. Auf dem 2. Platz folgen mit deutlichem Abstand die Niederlande (826 Punkte), knapp vor der österreichischen Mannschaft (825 Punkte). In der Einzelwertung der knapp 100 Teilnehmer aus 33 Ländern landete Tamm mit Platz 22 locker im vorderen Drittel.

Dabei sei es im Wettkampf zunächst gar nicht so gut gelaufen: „Er war ein bisschen zu drangvoll vom Wollen her, etwas zu stürmisch“, sagt Tamm über „Ice“. Bei der Unterordnung sei eine Übung „in die Hose gegangen“. Für den Laien nur eine Kleinigkeit: „Ice“ robbte seinem Herrchen beim Kommando „Platz“ noch ein Stückchen auf dem Bauch hinterher. Das bestraften die strengen Richter gleich mit vier Punkten Abzug. Danach sei es aber super gelaufen. Insgesamt schnitt das Duo „sehr gut“ ab.

Insgesamt sei die Reise in die USA ein einmaliges Erlebnis gewesen, sagt Tamm. Er sammelte viele Eindrücke, kämpfte aber auch mit einer „grausamen Logistik“. Um eine geeignete Fährte zum Üben zu finden, sei man beispielsweise erst einmal anderthalb Stunden unterwegs gewesen.

Gafallen hat dem Ostholsteiner besonders die WM-Atmosphäre. „Das war familiärer als bei einer Deutschen Meisterschaft“. Dort sei das Konkurrenzdenken ausgeprägter, die Teilnehmer blieben mehr für sich. Ganz anders bei der WM: „Ein Japaner – der konnte perfekt Deutsch – hat mich gleich auf meinen Zwinger ,vom Haus TTH‘ angesprochen. Den kannte er aus dem Internet“, erinnert sich Tamm. Auch mit anderen, etwa einem Südkoreaner, sei er schnell ins Gespräch gekommen.

Hans-Joachim Tamm ist jetzt auf den Geschmack gekommen. „Gerne nochmal“, sagt der pensionierte Polizeihauptmeister nach seiner ersten WM-Erfahrung, auch weil „Ice“ mit seinen dreieinhalb Jahren noch so jung ist. „Ich denke, dass dieser Hund noch Potenzial hat.“ Zur Deutschen Meisterschaft müsste er es im nächsten Jahr auf jeden Fall schaffen, hofft Tamm. Wenn „Ice“ da wieder zeigt, was er kann, wäre der Weg zur Weltmeisterschaft wieder frei. Die Reise wäre auf jeden Fall kürzer: Austragungsort 2014 ist Frankreich.

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