Integriertes Stadtentwicklungskonzept : Wie Bürger Eutin gern sehen

Im Bauamt sollen die  Planer  (von links) Carolin Wandzik und Frank Schlegelmilch immer offene Türen finden, versprach Bauamtsleiter Bernd Rubelt gestern.   Foto: buhmann
Im Bauamt sollen die Planer (von links) Carolin Wandzik und Frank Schlegelmilch immer offene Türen finden, versprach Bauamtsleiter Bernd Rubelt gestern. Foto: buhmann

Der Start war rasant: Über 70 Bürger haben in den vergangenen zwei Tagen Erfahrungen, Erkenntnisse und Wünsche zum Wohnen, Arbeiten und Freizeitangebot in Eutin formuliert.

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09. September 2011, 10:54 Uhr

eutin | Was dabei alles an Wissen und Vorschlägen auf den Tisch kam, hat Frank Schlegelmilch verblüfft: "In den vier Arbeitsgruppen kamen wir mit dem Notieren kaum mit, es gibt schon viel Material."

Schlegelmilch ist Diplom-Ingenieur für Raumplanung und hat bundesweit bereits einige Konzepte für integrierte Stadtentwicklung (Isek) mit verfasst. Dass Eutin erst jetzt diesen Weg einschlägt, um ab Mitte 2012 mit einem dann fertigen Konzept wieder Aussicht auf Mittel aus Städtebau-Förderungsprogrammen zu haben, erklärte der Planer aus Bremen so: "Der Leidensdruck scheint hier noch nicht so hoch zu sein."

Dieser Eindruck korrespondiert mit positiven Aussagen über die landschaftliche Schönheit, die relativ große Sicherheit des Kleinstadtlebens und das kulturelle Niveau, das sich in historischer Bausubstanz und vielfältigen Angeboten spiegelt. Schlegelmich fasste diese Urteile aus den Gesprächsrunden so zusammen: "Weiche Standort-Faktoren machen Eutin attraktiv."

Diese Stärken täuschen aber nicht darüber hinweg, dass es auch in Eutin Sorgen zuhauf gibt über Leerstände von Geschäften, das sehr dünne Angebot für Jugendliche, den Mangel an neuen Wohnformen in der Innenstadt, ungelenke Wegführungen vom Bahnhof zum Markt oder zur Stadtbucht. Und, und, und - an kritischen Befunden sparten die Bürger nicht, die als Experten für Tourismus, Wirtschaft, Kultur, Umwelt, Freizeit, Wohnen und Verkehr eingeladen waren. Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz zollte ihnen Respekt: "Bewundernswert, wie engagiert hier so viele mitgemacht haben." Eine öffentliche Isek-Diskussionsrunde findet am 26. Oktober in den Schlossterrassen statt.

Parallel zum Isek-Verfahren begann auch die Arbeit an einem Wohnraum-Konzept für Eutin. Diplom-Geografin Carolin Wandzik will, basierend auf allgemeine Trends und lokale Daten von Maklern und Bauträgern, künftige Nachfrage-Potenziale zeigen. Keine Frage: Das birgt viel Konfliktstoff.

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