Dannau : Widerstand gegen Legehennen

Trotz des Termins in der Mitte der Woche waren rund 100 Dannauer zum Erörterungstermin ins Dörpshus gekommen. Foto: Resthöft
Trotz des Termins in der Mitte der Woche waren rund 100 Dannauer zum Erörterungstermin ins Dörpshus gekommen. Foto: Resthöft

Dannauer wollen keine 60.000 Hühner auf Gut Neuwetterade. Insgesamt 113 Einwendungen wurden eingereicht.

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03. Februar 2011, 10:41 Uhr

Dannau | Die Dannauer haben Angst. Angst um ihre Gesundheit, ihre Lebensqualität und teils sogar um ihre berufliche Zukunft. Denn Landwirt Frank Lage plant, auf seinem Gut Neuwetterade eine Biogasanlage sowie einen Legehennenbetrieb mit rund 59.500 Tieren zu errichten.

Der Widerstand gegen diese Pläne ist groß im beschaulichen 700-Seelen-Dorf. Auch eine erste Vorstellung der Pläne im vergangenen Herbst konnte dies nicht ändern. Inzwischen wurde sogar eine Bürgerinitiative gegründet.

Während die Genehmigung der Biogasanlage in einem einfachen, nicht öffentlichen Verfahren bearbeitet wird, konnten die Dannauer in einem öffentlichen Verfahren Einwände gegen den Bau der Legehennenanlage erheben. Und insgesamt 113 Bürger machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Angesichts dieser großen Zahl, entschloss sich das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) dazu, zu einem öffentlichen Erörterungstermin der Einwände zu laden. Obwohl auf einen Mittwoch gelegt, fanden sich zu diesem Termin rund 100 Dannauer ein.

Die Art der Einwände war vielfältig. Auch die von Lage geplante Kleingruppenhaltung mit 6000 Hennen pro Gruppe sei Tierquälerei, so ein Vorwurf. "Was Sie vorhaben, Herr Lage, ist Quälerei auf hohem Niveau", sagte Ulrike Schulz unter dem App laus der Anwesenden. Urte Karnick, Mitbegründerin der Bürgerinitiative, appellierte an Frank Lage, mit einer Biotierhaltung könne er viel mehr Geld verdienen.

Sorgen bereitete den Einwendern aber auch ein möglicher Ausbruch der Vogelgrippe sowie die Auswirkungen von verabreichtem Antibiotika an die Hühner. "Ich habe null Interesse daran, Antibiotika zu geben", erklärte Lage. Denn dann könne er den Kot der Hennen nicht mehr für die geplante Biogasanlage verwenden. "Die Anlage ist empfindlich wie eine Hochleistungsmilchkuh. Ich werde den Teufel tun und da Antibiotika rein geben." Sein Ziel sei es, einen Kreislauf zwischen den Resten seines Ackerbaus, den Hinterlassenschaften der Hühner und dem daraus entstehendem Dünger zu schaffen.

Wie stark die Geruchsbelästigung durch den Legehennenbetrieb sein wird, ist für einige Dannauer Unternehmer entscheidend für die Zukunft ihrer Betriebe. Sie könne den Kunden schließlich keine Torten verkaufen, die nach Gülle schmeckten, sagte Anja Münchow von der Landbäckerei Grundmann. Zuvor hatte Lage erklärt, dass es noch keine Filter gebe, die Staub und Geruch ordentlich aus der nach außen gelangenden Luft filtern könne. Wenigstens Münchow konnte Umweltgutachter Prof. Jörg Oldenburg, der das Projekt von Lage begleitet, Hoffnung machen. Wegen der vielen Knicks und einer Entfernung von rund zwei Kilometern zum Hof könne er sich selbst bei Ostwind kaum eine Situation vorstellen, bei der der Geruch bis zum Ortrand komme.

Bleibt abzuwarten, ob der Wunsch von Diskussionsleiter Alexander Brückner (LLUR) in Erfüllung geht. Er hatte sich zu Beginn gewünscht, dass einige Probleme und Missverständnisse ausgeräumt werden könnten.

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