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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 05:57 Uhr

Widerstand gegen Kiesabbau wächst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Aus der Bürgerinitiative „Gegen den Naturabbau“ geht ein Verein hervor, der gegen eine Abbauerweiterung und Motocross mobil macht

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 12:47 Uhr

Der Widerstand gegen den Kiesabbau in und um Kreuzfeld verfestigt sich. Mehr als 70 Mitglieder der im Sommer 2014 gegründeten Bürgerinitiative „Gegen den Naturabbau“ stimmten bei der Jahresversammlung im Osterberg-Insititut in Niederkleveez dafür, aus der Initiative einen Verein zu machen. Er trägt den etwas sperrigen Namen „Pro Mensch, Pro Natur, Pro Tierwelt – gegen weiteren Naturabbau im Zentrum der Holsteinischen Schweiz“.

„Wir wollen mit der Gründung eines Vereins unserem Vorhaben mehr Nachdruck geben und hoffen dabei auf die Unterstützung der Verwaltungen und der politischen Gremien auf Orts- Kreis- und auf Landesebene“, erklärte der Initiator der Bürgerinitiative Rolf Röhling. „Außerdem erwarten die Mitglieder endlich einmal eine Unterstützung der Umwelt- und Naturverbände“, sagte Röhling und machte damit keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die bisherige Haltung von BUND oder Nabu zum Thema Kiesabbau.

Röhling führt auch im Verein das Zepter. Die Mitglieder wählten den Kreuzfelder zum Vorsitzenden, sein Stellvertreter ist Rüdiger Mahnicke (Niederkleveez), als Schatzmeister fungiert Günther Kruse (Oberkleveez) und als Schriftführerin Birgit Rocholl (Timmdorf). Beisitzer sind Norbert Steinmetz und der Leiter des Osterberg-Instituts, Jürgen Meereis (beide Niederkleveez). Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

„Wir wollen uns mit aller Macht gegen den weiteren Naturabbau zur Wehr setzen und damit den Menschen, der Natur und den hier lebenden Tieren eine bessere Chance geben“, sagte Röhling. Die Vereinsgründung komme gerade rechtzeitig zum Beginn der öffentlichen Auslegung der 11. Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plan) der Gemeinde, sagte er. Damit wolle die Gemeinde dem von Volker Wandhoff und seinem Vater Johann-Peter geführten Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld ermöglichen, den Kiesabbau westlich des Holmer Wegs bis an die Grenze zur Gemeinde Bösdorf auszudehnen. Die Bewohner in diesem Gebiet würden schon seit mehr als 40 Jahren vom Kiesabbau sowie der Motocross-Anlage des MC Malente überaus stark belästigt. „Jetzt muss damit Schluss sein“, forderte Röhling.

Er sei mit der Familie in die Region gezogen, „weil hier die Landschaft ideal ist und die Ruhe in der Natur gegeben war“, betonte Rüdiger Mahnicke. Jetzt aber solle diese Ruhe durch die Ausdehnung des Kiesabbaus erheblich gestört werden. Günther Kruse, der im Verein auch als Sprecher gegen die Motocross-Anlage des MC Malente fungiert und direkt neben dem künftigen Abbaugelände eine Ferienwohnanlage betreibt, ist betrübt über die Absichten des Kies- und Schotterwerkes: „Hier wird ein Teil unseres Betriebes ernsthaft gefährdet.“ Welcher Urlauber wolle schon direkt neben einer Kiesgrube die schönsten Tage des Jahres verleben?

Der Verein will jetzt Mitglieder sowie Freunde von Natur und Lebensqualität bei der Auslegung der F-Plan-Änderung animieren und dabei unterstützen, gegen die beabsichtigte Planung Stellung zu beziehen. Die Pläne lägen bis zum 20. Mai im Malenter Rathaus aus, bis dahin müssten auch die Stellungnahmen abgegeben werden. „Es werden in den nächsten Tagen auch etliche Briefe an interessierte Freunde der Natur und des Landschaftsschutzes sowie die Anlieger verschickt“, kündigte Röhling an.

Darüber hinaus wolle sich der Vereinsvorstand gegen eine 2003 erteilte Abbaugenehmigung im Bereich des Flurstückes Nr. 19 links und rechts der Straße Seekamp zu Wehr setzen. „Hier wurde damals keine Bürgerbeteiligung vorgenommen und ein Artenschutzgutachten ist ebenfalls nicht erstellt worden“, kritisierte Röhling. Das müsse aber auch heute noch – so eine EU-Regelung – nachgeholt werden.

Kaum verwunderlich, dass der Verein auch die in der Kiesgrube liegende Motocross-Anlage des MC Malente aufs Korn nimmt. Der Motorenlärm beeinträchtige die Anwohner in Niederkleveez und Oberkleveez sowie Kreuzfeld, Rachut, Bad Malente-Gremsmühlen und auch Timmdorf erheblich, sagte Röhling. Aus Sicht des Vereins bedarf die Anlage einer Genehmigung vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek. Zwar sei bei der Inbetriebnahme seinerzeit lediglich eine Anzeige bei der zuständigen Landesbehörde erforderlich gewesen. Doch die reicht aus Röhlings Sicht heute nicht mehr aus, weil die Anlage seitdem wesentlich verändert worden sei. Dieser Sichtweise hatte Vereinsvorsitzender Horst von Hörsten allerdings bei der jüngsten Dorfschaftsversammlung widersprochen.

>  Der Mitgliedsbeitrag beträgt 40 Euro. Der Verein ist per E-Mail an rr-presse.rolf.roeh ling@t-online.de zu erreichen.

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