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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 00:28 Uhr

Malente : Widerstand gegen eine Einbahnstraße

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Idee, die Neversfelder Straße in eine Richtung zu sperren, stößt auf Ablehnung

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 04:30 Uhr

Es sollte eine Notlösung sein, doch die stößt nun auf Protest. Im Planungsausschuss kam die Idee, aus der Neversfelder Straße eine Einbahnstraße zu machen, noch gut an. Die Gemeinde wollte auf diese Weise das Problem einer nötigen Sanierung der Straße umschiffen, da diese auf Höhe des Reiterhofs aufgrund einer abrutschenden Böschung abgängig ist. Dafür müsste Malente aber einen Grundstücksteil des Reiterhofs erwerben. Doch seit das Problem 2012 auftrat, ist es dazu nicht gekommen. Seitdem ist die Straße provisorisch halbseitig gesperrt.

Mit den Worten „dann wäre das erledigt und die Kosten wären auch im Rahmen“ begrüßte Ausschussvorsitzender Klaus Schützler (CDU) den Einbahnstraßen-Vorschlag. Ganz anders sieht das jedoch Frank Schumacher, Eigner des Hofs Radlandsichten bei Timmdorf. „Das ist nicht zu Ende gedacht“, kritisiert er. Wäre die Straße nur noch in eine Richtung befahrbar, müssten viele seiner Fahrten, ob nun für Mais oder Getreide, über die Godenbergstraße laufen. „Das würde die Anwohner dort voll belasten“, warnt er.

„Es muss eine andere Lösung geben“, fordert Schumacher. Da der Gehweg an dieser Stelle sehr breit sei, könnte dieser aus seiner Sicht auf die vorgeschriebene Breite verkleinert werden. Dann könnte die Straße ein Stück von der Böschung weg verlegt werden. Gleichzeitig könnte die derzeit gut 70 Meter lange halbseitige Sperrung auf rund 40 Meter verkürzt werden, weil die Böschung auch nur in diesem Bereich abrutsche. „Das wären Maßnahmen, die für die Gemeinde machbar wären“, glaubt Schumacher.

Bauamtsleiterin Britta Deubel betonte unterdessen, die Gemeinde werde nun erst einmal prüfen, ob sich eine Einbahnstraßenregelung verwirklichen lasse. Denn dies sei jetzt der Auftrag aus dem Planungsausschuss. Es solle jedoch in einem Gespräch mit der Verkehrsaufsicht des Kreises auch geprüft werden, ob sich eine dauerhafte einseitige Verkehrsführung auf Höhe des Reiterhofs realisieren lasse. Dies wäre auch aus ihrer Sicht einer Einbahnstraßenregelung vorzuziehen, machte Deubel deutlich.

Ähnlich sieht das Ulf Werner, stellvertretender Vorsitzender des Neversfelder Ortsvorstands. Eine Einbahnstraßenregelung lehnt er ab: „Das würde noch mehr Verkehr auf der K  57 bedeuten, wäre ökologisch aufgrund zu fahrender Umwege nicht sinnvoll und würde auch den Busverkehr beeinträchtigen“, erklärte er.

Unterdessen meldeten sich auch die Eigentümer des Reiterhofs zu Wort. Sie wollen dem Eindruck entgegentreten, der Grundstücksverkauf scheitere an zu hohen Preisvorstellungen. Vielmehr hätten sie einem Verkauf „unter bestimmten Voraussetzungen zum Angebotspreis zugestimmt“, erklärten Ingrid Jugert und Hans Sach.

Um welche Voraussetzungen es sich dabei handelt, wollen sie nicht öffentlich machen. Seit März 2013 hätten sie jedoch von der Gemeinde nichts mehr gehört. Bürgermeister Michael Koch bestätigte, dass sich die Gemeinde nicht mehr beim Grundstückseigentümer gemeldet habe. „Das ist nicht okay“, räumte er ein. Die Gemeinde werde sich daher noch einmal an die Grundstückseigentümer wenden und dabei auch prüfen, ob diese verkaufsbereit seien. Damals seien die Bedingungen für die Gemeinde aber nicht attraktiv gewesen.

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