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Unterschriften in Kreuzfeld gesammelt : Widerstand gegen Abbau-Pläne

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgerinitiative hat rund 500 Unterschriften gegen Vorhaben des Kies- und Schotterwerks Kreuzfeld gesammelt

Gegen die Ausbaupläne des Kies- und Schotterwerks Kreuzfeld formiert sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative „Gegen den Naturabbau“ mit derzeit 29 Mitgliedern wendet sich vor allem gegen eine Ausdehnung des Kiesabbaus nach Westen, aber auch gegen den Fortbestand der Motocross-Anlage sowie die Errichtung eines Gewerbeparks, beide auf dem Gelände der Kiesgrube.

Um ihre Forderungen zu unterstreichen, hat die Initiative um den Kreuzfelder Rolf Röhling (64) in dieser Woche knapp 450 Unterschriften an Malentes Bürgermeister Michael Koch übergeben. Der Planungsausschuss der Gemeinde hatte im Februar das Verfahren für eine Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg gebracht. Insgesamt seien mittlerweile rund 500 Unterschriften beisammen, erklärte Röhling. Beteiligt hätten sich nicht nur Anlieger aus dem 350-Seelen-Dorfschaft Kreuzfeld, sondern auch aus den umliegenden Orten Nieder- und Oberkleveez, Timmdorf und dem Malenter Hafkamp sowie weitere Naturschützer.

Viele Gegner einer Ausweitung des Kiesabbaus sind persönlich betroffen, so wie der Kreuzfelder Klaus Hensen. „Wenn meine Frau Fenster geputzt hat, ist am nächsten Tag alles wieder voller Sand“, berichtet der 79-jährige Rentner. Doch die Argumentation der Initiative geht darüber hinaus: „Es geht uns darum, dass die Verschandelung der Natur mitten im Naturpark Holsteinische Schweiz ein Ende hat“, erläutert Günther Kruse. Der 67-jährige betreibt mit seiner Frau den Reit- und Ferienwohungsbetrieb „Hebeukenberghof“ in Oberkleveez. „Wenn wir so weitermachen, werden wir drastisch weniger Gäste bekommen“, warnt Kruse. Das gelte besonders für Ober- und Niederkleveez sowie Timmdorf.

Ein besonderes Problem sei der Lärm der Motocross-Strecke, betont Röhling. Dieser betreffe zwar aufgrund der meist vorherrschenden Windrichtung weniger Kreuzfeld, dafür jedoch Nieder- und Oberkleveez sowie Timmdorf, den Hafkamp und Gremsmühlen. Von der durch Kiesgrubenbetreiber Johann-Peter Wandhoff und seinen Sohn Volker angestrebten Tieferlegung der Strecke um zehn Meter hält Röhling nichts. „Das wird den Lärmpegel nicht reduzieren, denn dann wird die Lautstärke geballt nach oben getragen und der Lärm wird in die Umgebung geweht.“

Probleme bringe der Kiesabbau auch für den Wasserhaushalt: „Im vorderen Abschnitt der Dorfstraße ist ein Brunnen, der jahrzehntlang bis zu drei Meter Wasser hatte, schon seit einigen Jahren trocken“, weiß Röhling. Die Kiesgruben würden nur wenige Meter von der Bebauung entfernt bis zu 30 Meter tief ausgebaggert. „Dann fließt das Oberflächenwasser von unseren Grundstücken schnell ab.“

Die Initiative macht Front gegen jeglichen Kiesabbau westlich des Holmer Wegs. Das betrifft zum einen Flächen im Bereich der Gemeinde Bösdorf, die Wandhoff aufgekauft hat, aber jetzt noch gar nicht zur Diskussion stehen. Zum anderen dreht es sich um ehemalige landwirtschaftliche Flächen, die unmittelbar neben den derzeitigen Abbauflächen liegen und jetzt mit der F-Plan-Änderung dem Kiesabbau gewidmet werden sollen.

Es betrifft aber auch eine rund neun Hektar große Mischwaldfläche, für die bereits eine Abbaugenehmigung besteht. Für dieses von den Anliegern „Kleintirol“ genannte Gebiet habe Wandhoff bereits vor rund 20 Jahren eine Abbaugenehmigung erhalten, die bis ins Jahr 2028 reiche. „Dass Wandhoff dafür eine Genehmigung hat, haben wir erst jetzt erfahren“, begründet Röhling den Widerstand gegen diese Abbaufläche. Derzeit prüfe die Initiative, ob gegen diese Genehmigung wegen eines Formfehlers vorgegangen werden könne. Die Fläche sei nicht nur für die Kreuzfelder ein Naherholungsgebiet, sie werde beispielsweise auch von Patienten der Vital-Kliniken genutzt. Auch das Osterberg-Institut in Niederkleveez habe Bedenken angemeldet. Wandhoff habe insgesamt vier Kiesgruben, andernorts sei der Kiesabbau unproblematischer, betont Röhling.

Ob das Thema Kiesgrube bei der Sitzung des Planungsausschusses am 23. September erneut behandelt werde, sei unklar, erklärte Röhling. Zunächst setzt die Initiative bei ihrem Kampf gegen eine Ausweitung des Kiesabbaus auf die Hilfe der Politik. „Wir wollen nicht auf Konfrontation hinaus, sondern, dass die Politiker sehen, welche Probleme da sind“, erläuterte Kruse. Doch auch wenn der Bauausschuss die Planungen beschließe, seien es noch viele Schritte zur Genehmigung. Über juristische Schritte will Kruse nicht spekulieren: „Wir wollen das auf dem Diskussionswege und mit Einsprüchen schaffen.“

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erstellt am 04.Sep.2014 | 04:30 Uhr

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