Eutin : Wichtige Geldspritzen für Teilhabe-Verein

Der Verein erhielt von der Sparkassen-Stiftung Auto „Karlchen“ für ein Jahr Beratungsarbeit gestellt. Teilhabe-Beraterin Martina Scheel nahm bei der Übergabe im August von Landrat Reinhard Sager, Vorstandsvorsitzender Sparkassenstiftung, und Stiftungsgeschäftsführer Jörg Schumacher (r.) den Schlüssel in Empfang. Mit dabei damals auch Horst Martin (2.  v.  li.), Vereinsmitglied Edda Rahlf und Alfred Grüter (Kreis).
Der Verein erhielt von der Sparkassen-Stiftung Auto „Karlchen“ für ein Jahr Beratungsarbeit gestellt. Teilhabe-Beraterin Martina Scheel nahm bei der Übergabe im August von Landrat Reinhard Sager, Vorstandsvorsitzender Sparkassenstiftung, und Stiftungsgeschäftsführer Jörg Schumacher (r.) den Schlüssel in Empfang. Mit dabei damals auch Horst Martin (2. v. li.), Vereinsmitglied Edda Rahlf und Alfred Grüter (Kreis).

Kreis und Förderer unterstützen den Verein zur Förderung der Teilhabe in Ostholstein.

shz.de von
07. November 2018, 17:15 Uhr

Horst Martin, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Teilhabe in Ostholstein, atmete erleichtert auf. Der Sozialausschuss des Kreistags gewährte dem Verein 10 000 Euro als Starthilfe. Mit dem Betrag will der vor einem Jahr gegründete Verein seine Arbeitsstruktur aufbauen.

Damit sich die Unabhängigkeit des Vereins bei der Finanzierung widerspiegelt, beteiligen sich Leistungsträger wie der Kinderschutzbund, die Ostholsteiner und die Lebenshilfe mit weiteren insgesamt 10 000 Euro. „So ist die Neutralität bei der Finanzierung gewährleistet“, erklärte Reinhard Sohns, Geschäftsführer der Ostholsteiner, auf Nachfrage.

Den größten Betrag gibt der Bund mit 350 600 Euro für den Aufbau der unabhängigen Beratung. Mit dieser Arbeit hat der Verein bereits im Oktober begonnen. Zwei Mitarbeiterinnen stehen Menschen mit Beeinträchtigung oder drohender Beeinträchtigung unabhängig und kostenlos zur Seite, ergänzend zur professionellen Beratung des Kreises. Am 1. Januar wird eine dritte Mitarbeiterin beginnen. Gemeinsam werden sie 65 Stunden wöchentlich beraten.

Der Start des Vereins war mit einigen Lernschritten verbunden. So mussten rechtliche Fragen geklärt und ein Antrag neu geschrieben werden, berichtete Martin im Sozialausschuss. In Gesprächen mit der Politik und der Verwaltung sei die rechtliche und strukturelle Basis für die Arbeit gelegt worden. „Es waren sehr gute Gespräche“, dankte Martin den Politikern und Verwaltungsmitarbeitern.

Die in voriger Sitzung geäußerten Zweifel des Sozialausschusses waren behoben und das Gremium sprach sich einstimmig für die Einmalzahlung der 10 000 Euro aus. Da der Verein mit dem Geld den Aufbau seiner Arbeitsstruktur finanzieren will, bleibt der Bundeszuschuss, der für die Beratungsstellen ist, unberührt, wie Horst Martin erklärte.

Die Hilfe des Bundes setzt die finanzielle Eigenbeteiligung des Vereins voraus. Mit der Spende durch den Sierksdorfer Freizeitpark über dreimal 4000 Euro, die Fördermitglieder und andere Geldgeber komme der Eigenanteil in Höhe von rund etwa 24 000 Euro zusammen, versicherte Horst Martin.

Der Verein berät bereits in Eutin, Ahrensbök, Oldenburg, Heiligenhafen, Fehmarn und Ratekau. Mit Bad Schwartau, Neustadt und Lensahn könnten drei weitere Beratungsstellen folgen.

Die Sitzung des Sozialausschusses nutzte Katharina Euler vom Kreis, um unter den Kommunalpolitikern für die Teilhabe von Geflüchteten am politischen Alltag zu werben. Im Rahmen eines Mentoring-Programms nehmen sich Politiker 20 Stunden innerhalb von vier Monaten Zeit, Menschen mit Migrationshintergrund als sogenannten Mentees Einblick in ihre Arbeit und das politische System zu geben. Die Mentees werden die Erfahrungen in Seminaren theoretisch vertiefen. Das Mentoring-Programm gehört zum Projekt Landgewinn der Awo Schleswig-Holstein, dass die Fähigkeiten der zugewanderten Menschen im ländlichen Raum gesellschaftlich und demokratisch stärken will: www.awo-sh.de.

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