zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

20. September 2017 | 23:58 Uhr

Wettkampf-Gespann

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lars-Philipp Nitz (17) steht für Wettkämpfe ein Trecker samt Pflug zur Verfügung

von
erstellt am 11.Apr.2014 | 12:02 Uhr

„Ich bin auf einem Trecker zur Welt gekommen“, sagt Lars-Philipp Nitz. Der 17-jährige Landwirtssohn aus Oevelgönne hat schon Trecker gesteuert, bevor er in die Schule kam. Als Zehnjähriger nahm er erstmals an einem Wettpflügen in Bad Segeberg teil – und gewann auf Anhieb. Nach vielen weiteren regionalen Erfolgen als Junior wird der Schüler und angehende Landwirtschaftslehrling im September erstmals an einem Senioren-Bundeswettbewerb teilnehmen – weil er endlich den dafür notwendigen Führerschein hat. Wie bei Rennfahrern helfen ihm Sponsoren: Für Training und Wettkampf steht ihm ein Trecker zur Verfügung.

Gestern morgen holten Lars-Philipp und sein „Trainer“ vom Verein „Historiche Furche“, Bernd Schulze-Entrup, das „Wettkampfgerät“ bei der Hage-Technik in Eutin ab: Jeß Stender von der Ha-Ge-Technik Ostküste und Bernd Dede, Gebietsleiter des Traktoren-Herstellers Valtra in Norddeutschland, übergaben einen Valtra A 83 (88 PS, 12 Gänge, 3,75 Tonnen Gewicht, Kaufpreis 40 000 Euro), ausgestattet speziell für Pflüger-Wettkämpfe mit einem Zwei-Schar-Pflug und schmalen Reifen.

Seinen ersten öffentlichen Einsatz wird Lars-Philipp morgen absolvieren: In Untersteenrade richtet die „Historische Furche“ ein Wettkampfpflügen mit Traktoren und Zugpferden im Beet- und Drehpflügen aus (Beginn 10 Uhr).

Als große Herausforderung wartet am 21. September in Sachsen-Anhalt der Bundeswettbewerb der Pflüger, für den sich Lars-Philipp Nitz im Herbst vergangenen Jahres auf Landesebene qualifiziert hatte. Mit dem Bundeswettbewerb ist bei knapp 50 Teilnehmern die Chance auf die Qualifizierung zu einem europäischen Wettbewerb verbunden. Was muss ein guter Pflüger tun? „Er mus ein 100 Meter langes und 16 Meter breites Saatbeet optimal pflügen“, sagt Schulze-Entrup. Dazu stehen im Wettkampf drei Stunden zur Verfügung, 20 Minuten extra gibt es für die erste Furche, die bereits über Sieg oder Niederlage entscheidet: Wenn sie krumm ist, lässt sich wenig machen.

Die gepflügte Erde soll möglichst eben liegen, wozu am Pflug ständig Einstellungen geändert werden müssen. Und „Leerfahrten“ sind natürlich auch unzulässig.

Muss Lars-Philipp noch viel üben? Eigentlich nicht, räumt er ein. Die rund 150 Hektar des elterlichen Betriebs, die jedes Jahr bearbeitet werden müssen, pflügt er ohnehin fast alle. Aber mit dem großem Trecker – und das ist schon etwas anderes als das mit der Forderung nach höchster Exaktheit verbundene Wettkampfpflügen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen